© 2005 www.tuebingen.de | Objekt des MonatsSchiffsuhr des ehemaligen Minenjagdbootes „Tübingen“Die Uhr vom ehemaligen Minenjagdboot „Tübingen“ ist typisch für Schiffsuhren der Bundesmarine. Die roten, tortenstückförmigen Felder haben eine praktische Funktion: Sie markieren die Zeitfenster von jeweils drei Minuten, innerhalb derer eventuell aktivierte Notfallsender ihre Signale setzen. In dieser Zeit sollte möglichst Ruhe auf den Funknetzen herrschen.
Die „Tübingen“ war eines von insgesamt 18 Booten der Lindau-Klasse und wurde 1958 als Küstenminensucher in Dienst gestellt. 1975 erfolgte der Umbau zum Minenjagdboot. Von 1995 bis 2000 wurden die „Tübingen“ und die restlichen Exemplare ihrer Klasse ausgemustert. Die meisten der Boote wurden im Anschluss an verschiedene Länder verkauft, darunter Südafrika, Georgien, Lettland, Estland und Litauen. Ein Exemplar dient heute am Rhein als Jugendtreff. Die „Tübingen“ stellt eine Ausnahme dar: Sie wurde 1997 an einen italienischen Privateigner verkauft, der sie zu einer Motorjacht umgebaut hat.
Alle Boote der Lindau-Klasse sind nach deutschen Städten benannt, woraus sich immer eine patenschaftliche Beziehung entwickelt hat. Die Tübinger Patenschaft wurde bis in die 1990er Jahre intensiv durch gegenseitige Besuche und Geschenke gepflegt. Von diesem Verhältnis zeugt noch ein Modell der „Tübingen“ im Rathausanbau im ersten Obergeschoss. Über den kommunalen Bezug sollte eine positive Verbindung der deutschen Bevölkerung zur Bundeswehr geschaffen werden, um den Gedanken der Wiederbewaffnung zu popularisieren.
Die Schiffsuhr gelangte durch die Schenkung von Erich Stahn aus Schwebheim in den Besitz des Stadtmuseums. Das Objekt des Monats ist zu sehen im Schaukasten des Stadtmuseums links neben dem Haupteingang, Kornhausstraße 10. Kontaktdaten und Öffnungszeiten
Universitätsstadt Tübingen
Stadtmuseum im Kornhaus Kornhausstraße 10 D-72070 Tübingen E-Mail: stadtmuseum tuebingen.de
Tel.: 0 70 71 / 204 - 17 11 Fax: 0 70 71 / 204 - 17 97 Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag, 11 - 17 Uhr |