© 2005 www.tuebingen.de | Kennen Sie Tübingen?Unter dem Motto „Kennen Sie Tübingen?“ bietet der Fachbereich Kultur von 19. Juli bis 20. September 2010 immer montags eine kostenlose Stadtführung für Einheimische und Gäste an. Ausgewiesene Fachleute beschäftigen sich mit interessanten Themen der Stadtgeschichte, mit berühmten Persönlichkeiten und mit besonderen Orten in der Stadt. 19. Juli 2010, 17 Uhr: Heilige Philosophie: Der junge Melanchthon und Tübingen
Stadtführung mit Wolfgang Urban Die Tübinger Jahre des jugendlichen Philipp Melanchthon prägten seinen Charakter. An der Seite seines Großonkels und väterlichen Lehrers, des Humanisten Johannes Reuchlin stehend, war er hier schon in die Polemik der geistigen Auseinandersetzungen der Zeit einbezogen. Im Kreis der Tübinger Gelehrten erfuhr der junge Magister Bestärkung der eigenen Person und Position, konnte sich rasch entfalten. Die Führung konzentriert sich auf das Karree Bursagasse, Klosterberg, Münzgasse und Neckargasse, den Orten, an denen Melanchthons erste Publikationen entstanden. Treffpunkt: Burse, Bursagasse 1 26. Juli 2010, 17 Uhr: Die literarische Romantik gespiegelt in Tübingen
Stadtführung mit Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel Die "Schwäbische Romantik" war eine "Tübinger Romantik". Denn in Tübingen begann alles: Der Jura-Student Ludwig Uhland trifft 1804 in Tübingen den Medizinstudenten Justinus Kerner. Um beide formiert sich bald der "erste Tübinger Romantikerkreis" literarisch interessierter Studenten, die mit Gedichten im Geist der Volkslieder-Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" (1805 - 1808) auf sich aufmerksam machen. Eine Generation später setzen die beiden Theologiestudenten Eduard Mörike und Wilhelm Waiblinger die literarisch fruchtbare Zeit Tübingens fort. Der literarische Stadtspaziergang endet mit einer Lesung auf der Bühne von "Klein Zaches" des LTT-Sommertheaters beim Silcherdenkmal. Treffpunkt: Burse, Bursagasse 1 2. August 2010, 17 Uhr: Der erste Rektor der Universität: Johannes Vergenhans
Stadtführung mit Prof. Dr. Sönke Lorenz Johannes Vergenhans, Erzieher des jungen Grafen Eberhard im Bart, war der erste Tübinger Rektor und fungierte seit 1483 als Probst der Stiftskirche und Universitätskanzler. Damit lag auf Dauer die Aufsicht über die Universität bei Eberhards wichtigstem Helfer. Das kompetente und umsichtige Eintreten von Vergenhans, einer auch intellektuell und wissenschaftlich bedeutenden Persönlichkeit, für die Belange der Hochschule kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Treffpunkt: Stiftskirche, Hauptschiff 9. August 2010, 17 Uhr: Vom Oberamt zum LandratsamtStadtführung mit Dr. Wolfgang Sannwald Tübingen hat eine lange Tradition als Verwaltungsmittelpunkt. Aus der altwürttembergischen Einheit von "Stadt und Amt" Tübingen entwickelte sich neben der kommunalen Stadtverwaltung die staatliche Behörde des "Oberamts", der spätere Landkreis. Anhand der früheren Dienstsitze von Oberamtsmann und Landrat sowie der Amtsschreiber in der Haaggasse 3, der Collegiumsgasse 3, der Rümelinstraße 19 und der Doblerstraße verfolgt die Führung die spannende Entwicklung dieser Behörde. Treffpunkt: Marktplatz, Brunnen 16. August 2010, 17 Uhr: Die Neckarhalde
Stadtführung mit Dr. Helmut Eck Als "Tübinger Riviera" und einer der allerschönsten und bevorzugtesten Stadtteile Tübingen preist Eugen Nägele in den Tübinger Blättern des Jahres 1900 den Straßenzug. Der historische Stadtspaziergang führt zunächst durch die obere Neckarhalde, vom "Faulen Eck" ausgehend, vorbei am Evangelischen Stift mit seiner "Hölle" und an den Geburtshäusern von Albert Knapp und Ludwig Uhland. Die Führung endet in der äußeren Neckarhalde. Treffpunkt: "Faules Eck" bei der Neckarhalde 2 23. August 2010, 17 Uhr: Spuren der Nachbarschaft: Frankreich und Tübingen durch die ZeitenStadtführung mit Dr. Hans-Otto Binder Die nacharschaftlichen Beziehungen zwischen Tübingen und Frankreich waren in erster Linie geprägt von der Universität, den württembergischen Beziehungen jenseits des Rheins, dem Stift, dem Wirken Heinrich Schickhardts. Aber neben dem geistigen Austausch gab es auch Zeiten der vom Krieg geprägten Nachbarschaft mit schmerzlichen Erfahrungen auf beiden Seiten. Treffpunkt: Institut Culturel Franco-Allemand, Doblerstraße 25 30. August 2010, 17 Uhr: Von der Friedenseiche zur Sternwarte. Der Tübinger Höhenweg
Stadtführung mit Dr. Alexander Herrmann Tübingen einmal anders. Auf diesem Höhenrundgang begegnen die Teilnehmer der Militärgeschichte Tübingens ebenso wie dem Wissenschaftsdrang der Universität, dem alternativen Wohnen und Leben, wie den kleinen gemütlichen Plätzchen in der weitläufigen grünen Landschaft. Und auch wenn man ins Schnaufen kommt, weil es bergauf und bergab geht - man wird einfach Etliches genießen können und die Vielfältigkeit einer belebten Universitätsstadt neu entdecken. Treffpunkt: Friedenseiche, beim Versorgungskrankenhaus (Sand 1) 6. September 2010, 17 Uhr: Mehr als ein Meister des Volksliedes: Friedrich Silcher
Stadtspaziergang mit Ulrich Narr M.A. und Dagmar Waizenegger M.A. 2010 jährt sich zum 150. Mal der Todestag des Komponisten und erstem Universitätsmusikdirektors Friedrich Silcher. Die Führung folgt den biographischen Spuren Silchers in Tübingen, erzählt von seiner Bedeutung und befasst sich auch mit der Rezeptionsgeschichte (u.a. in nationalsozialistischer Ausprägung, sichtbar am Silcherdenkmal). Treffpunkt: Neckarinsel, Silcherdenkmal 13. September 2010, 17 Uhr: Bernward Vesper und Gudrun Ensslin in TübingenStadtführung mit Michael Kapellen Bernward Vesper und Gudrun Ensslin verbrachten prägende Jahre ihres Lebens in Tübingen. Hier lernten sich der spätere APO-Aktivist Vesper und die spätere RAF-Terroristin Ensslin zu Beginn ihres Studiums in Tübingen kennen und entfalteten sehr bald gemeinsam eine rege, recht widersprüchliche publizistische Tätigkeit.
Der Rundgang führt durch das Tübingen der frühen sechziger Jahre, vorbei an der Neuen Aula, dem Clubhaus und dem Hegelbau durch die Altstadt und endet schließlich am Verbindungshaus des Roigel unterhalb des Tübinger Schlosses. Treffpunkt: Untere Schillerstraße 4 20. September 2010, 16.30 Uhr: Jenseit von Fachwerk und spitzen Giebeln: Industriearchitektur in Tübingen
Stadtführung mit Prof. Dipl. Ing. Dieter Hauser (Architekt) Industriebau in der Universitätsstadt Tübingen? Es gab und gibt Bemühungen, die „profanen“ Fertigungsstätten gestalterisch über das nur Notwendige herauszuheben. Firmen wie Montanwerke Walter, Wurster und Dietz, Zanker und die »Frottee«, die Frottierwarenmanufaktur Egeria in Lustnau, sind beziehungsreich mit Tübingen verbunden. Teilweise bestehen die Unternehmen bis heute fort, teilweise sind Relikte der Architektur in neu entstandene Wohngebiete eingebunden. Die Führung stellt ausgewählte Beispiele vor und hinterfragt den Zusammenhang zwischen der Nützlichkeit eines Bauwerks und der Werbewirksamkeit seiner Erscheinung.
Achtung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, da die einzelnen Stationen mit dem Bus angefahren werden. Teilnahmekarten sind erhältlich beim Fachbereich Kultur, Nonnengasse 19. |