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FAQs zum neuen Dienstwagen mit Hybrid-Antrieb

Die Entscheidung des Oberbürgermeisters, ein japanisches Dienstfahrzeug mit Hybrid-Antrieb zu beschaffen, hat für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit gesorgt. Neben viel Zustimmung von Menschen, die die Entscheidung aus Klimaschutzgründen begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. Die am häufigsten gestellten Fragen und die Antworten darauf haben wir in dieser Liste zusammengestellt.

 

Warum kein heimisches Auto?

Weil kein deutscher Hersteller einen Mittelklassewagen anbietet, der die drei maßgeblichen Kriterien des OB erfüllt:

1. CO2-Ausstoß unterhalb des Grenzwerts von 120g je km.

2. Keine Feinstaubemissionen.

3. Minimaler Stickoxidausstoß.

Die erste Bedingung steht für Klimaschutz, die beiden folgenden sind eine Antwort auf Grenzwertüberschreitungen für Feinstaub und Stickoxide in der Tübinger Atemluft.

 

Vernichtet die Entscheidung Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie?

Der OB ist überzeugt, dass die Arbeitsplätze bei deutschen Automobilherstellern in große Gefahr geraten, wenn die Konzerne die Erfordernisse des Klimaschutzes weiter ignorieren. Er versteht seine Entscheidung als Weckruf an die Strategieabteilungen und die Ingenieure, endlich sparsamere Autos auf den Markt zu bringen.

 

Warum kein Biokraftstoff-Auto?

Bio-Ethanol kann auch im Prius mit verbrannt werden. Da die Anbauflächen begrenzt sind und Konkurrenzen zur Lebensmittelproduktion entstehen, können Biotreibstoffe keineswegs eine Rechtfertigung für den Betrieb ineffizienter Motoren sein.

 

Warum kein Erdgas-Fahrzeug?

Erdgas-Fahrzeuge sind zwar sehr sauber und klimafreundlich im Betrieb, aber die Gasversorgung macht große Probleme. Es ist heute kaum mehr möglich, Gaslieferverträge für die Stromproduktion zu bekommen. Hier wäre das Erdgas aber am effizientesten einsetzbar. Gas ist für Autos mit ihrem niedrigen Wirkungsgrad zu schade.

 

Warum kein Smart?

1. Wenn der OB ein Auto benötigt, dann häufig für mehrere Begleitpersonen. Ein Zweisitzer wie der Smart scheidet daher aus.

2. Alle Smart mit Benzinmotor verbrauchen mehr als der Prius. Der Diesel-Smart ist mit 90g CO2 je km zwar sparsamer, hat aber keinen vollwertigen Partikelfilter und trägt deshalb zur Feinstaubbelastung bei. Der Tübinger OB will kein Fahrzeug anschaffen, das unnötig zur Feinstaubbelastung beiträgt, zumal die Stadt noch in diesem Jahr zur Verringerung der Feinstaubbelastung Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge aussprechen muss.

 

Was ist das Geheimnis des Hybrid-Antriebs?

Der Hybrid kombiniert einen Elektro- und einen Benzinmotor mit einem Nickel-Metallhydrid-Akku und einem Planetengetriebe zu einem völlig neuen Antriebskonzept. Revolutionär ist die Energierückgewinnung beim Bremsen und Rollen sowie die reine elektrische Fahrt. Hierbei wird der Prius bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor nur durch den Elektromotor angetrieben. Die elektronische Abstimmung der beiden Motoren erlaubt es häufiger, den Verbrennungsmotor im optimalen Drehzahlbereich zu betreiben. Als Benziner hat der Motor kein Feinstaub- und kein Stickoxidproblem – im Gegensatz zu allen heutigen Dieselfahrzeugen. In der Summe: Optimale Abgaswerte und minimaler CO2-Ausstoß von 104g pro Kilometer.

 

Wie ist die Gesamtökobilanz eines Hybridfahrzeugs?

Diese Frage lässt sich abstrakt nicht beantworten. Bei einem PKW kann der Energieverbrauch bei der Produktion 15% oder 50% des gesamten Energieaufwandes ausmachen – je nach Fahrleistung. Der Prius ist mit 1375 kg Leergewicht vom Materialaufwand ein sehr sparsames Fahrzeug. Der Zusatzaufwand für den Akku und den Elektromotor wird teilkompensiert durch Downsizing des Verbrennungsmotors. Der Import des Fahrzeugs ist keine relevante Größe und vor allem kein Argument für Mercedes – ohne Überseeexporte müssten viele Fabriken im Schwabenland schließen. Alles in allem: Der Vergleich der Emissionen im Betrieb ist der richtige Maßstab.

 

Ist das Fahrzeug nicht zu schwer?

Toyota nutzt die Kraft des Elektromotors additiv zu der des Benzinmotors. Dies dient nicht zur Erhöhung der Leistung, sondern zur Verkleinerung des Verbrennungsmotors. Durch dieses Downsizing wird der Gewichtseffekt weitgehend kompensiert. Im Übrigen betrachtet der OB eine Zuladung von rund 325 kg als völlig ausreichend.

 

Muss die Batterie alle zwei Jahre ausgetauscht werden?

Der Akku des Prius wird anders betrieben als eine gewöhnliche Autobatterie und hat in der Praxis bereits 400.000km unbeschadet überstanden. Toyota übernimmt deshalb eine achtjährige Garantie für die gesamte Hybridtechnik samt Akku.

 

Warum ein Prius für einen OB, der in der Stadt vor allem Rad und Bus benutzt?

Der OB bewegt sich weiterhin im Stadtverkehr überwiegend mit Rad und Bus. Der Dienstwagen wird dennoch überwiegend auf kurzen und mittleren Strecken eingesetzt, denn auf langen Strecken nutzt der OB vorwiegend die Bahn. Im Stadtverkehr hat der Prius eindeutig die größten Vorteile.

 

Warum verzichtet der OB nicht ganz auf ein Auto?

Der Dienstwagen wird in der Stadt benötigt, wenn das Wetter, die Termindichte, Verspätungen im Tagesablauf, der Transport von weiteren Personen oder die Entfernung (Bühl, Pfrondorf) es erfordern. Hinzu kommen Fahrten zu Orten in der näheren Umgebung, die von Tübingen keine vernünftige Anbindung an den ÖPNV haben (Mark West, Pliezhausen, Flughafen etc.).

 

Warum kann der OB nicht auf Teilauto umsteigen?

Der OB ist selbst seit vielen Jahren Teilautomitglied und nutzt dieses Angebot auch weiterhin. Die Bauverwaltung praktiziert die Teilautonutzung bereits. Die Stadtverwaltung wird weitere Möglichkeiten hierzu prüfen. Der Prius bleibt nicht dem OB zur alleinigen Nutzung vorbehalten, sondern kann auch von den Dezernenten genutzt werden. Für diese wurde bisher ein zweiter Dienstwagen (Mercedes A-Klasse) vorgehalten. Dieses Fahrzeug wird nach Ablauf des Leasingvertrags ersatzlos gestrichen.

 

Wieviel hat der Wagen bisher verbraucht?

Der OB wird ein Fahrtenbuch veröffentlichen. Bisher liegt der Durchschnittsverbrauch nach 150 km bei 4,9 Liter pro 100 km.

 

Hat Renate Künast ihren Aufruf „Leute, kauft Hybrid-Autos von Toyota“ mit dem OB abgestimmt?

Der OB steht in Kontakt mit der früheren Verbraucherschutzministerin, spricht aber keine Aufforderung zum Kauf von Toyota-Fahrzeugen aus. Er hat im Gegenteil stets betont, dass er sofort zu einem schwäbischen Hersteller wechseln wird, wenn dieser ihm ein vergleichbar umweltfreundliches Fahrzeug anbietet.

 

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