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Geschichte von Unterjesingen

Durch Funde auf der Markung Unterjesingen lässt sich nachweisen, dass hier bereits eine Siedlung der Jungsteinzeit vorhanden war. Ebenfalls stammen Funde aus der Hallstatt- sowie aus der Latènezeit, so dass man von einer Besiedlung der Gegend schon seit Jahrtausenden sprechen kann. Bei Ausgrabungen auf der Unterjesinger Markung wurden auch römische Siedlungsspuren gefunden. Der Name Jesingen geht zurück auf die frühe alemannische Siedlungsgeschichte der -ingen Orte.        

 

Die Kirche dürfte etwa um 700 errichtet worden sein. Im 13. Jahrhundert wird Unterjesingen mehrfach bei Besitzerwerbungen seitens des Klosters Bebenhausen erwähnt, das 1294 auch den dortigen Hof des Pfalzgrafen von Tübingen, zu deren Gebiet Unterjesingen gehörte, kaufte. Das Kloster Kreuzlingen besaß auf der Markung Unterjesingen Wiesen, während die Propstei im Himbach als Besitz des Klosters Blaubeuren schon 1283 erwähnt wird. Die Propstei ist später jedoch nur noch als Klosterhof für die Verwaltung des Klosterbesitzes an den beiden Seiten des Himbaches, der seit langer Zeit die Markungsgrenze zwischen Tübingen und Unterjesingen bildet, nachzuweisen.´

 

Die "Marschälle von Jesingen", Dienstleute der Pfalzgrafen von Tübingen, werden urkundlich in den Jahren 1299-1412 erwähnt. Die auf der Unterjesinger Markung liegende Burg Roseck war zunächst im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen, danach gehörte sie einem Zweig der Familie von Ow und schließlich dem Burkhart von Hönstein, der die Burg Roseck mit dem Dorf Jesingen am 28. Oktober 1410 an das Kloster Bebenhausen verkaufte. Seit dieser Zeit hat Bebenhausen, das auf Roseck eine Klosterpflege errichtete, die niedere Gerichtsbarkeit, während die hohe Gerichtsbarkeit wie in allen Orten des Klosters bei Württemberg lag. Bei der Auflösung des Klosters im Jahre 1560 kam die Pflege Roseck dann zum württembergischen Klosteramt Bebenhausen und wurde bei dessen Auflösung dem Oberamt Herrenberg zugeschlagen. Im Jahre 1938 erfolgte die Eingliederung im Kreis Tübingen.


Im Jahre 1750 erhielt Jesingen ein Rathaus. Das an die südöstliche Seite der Kirchhofsmauer stoßende ältere Schulhaus wurde 1838 erweitert. Die örtlichen Bedürfnisse der Einwohner Unterjesingens wurden im 18. und 19. Jahrhundert voll durch die ertragreiche Landwirtschaft und die Viehzucht befriedigt; einige  Erzeugnisse, vor allem Wein, konnten auch ausgeführt werden. Um 1900 kamen die Unterjesinger durch den Anbau von Hopfen zu relativem Wohlstand; es erfolgte jedoch keine Industrieansiedlung.


Der Niedergang des Hopfenbaues und die schlechte Ertragslage in der Landwirtschaft brachten bei dem guten Angebot an Arbeitsplätzen in Tübingen (Bahnverbindung seit 1911) die Veränderung zur Wohngemeinde für Arbeiter, Angestellte und auch für Lehrkräfte und Beschäftigte der Universität. Eine neue Grundschule wurde 1954, ein Mehrzweckgebäude mit Turnhalle, Kindergarten und Feuerwehrmagazin 1969 gebaut. Am 01.07.1971 erfolgte im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform die Eingliederung der Gemeinde Unterjesingen in die Universitätsstadt Tübingen.

 
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