© 2005 www.tuebingen.de | Geschichte von PfrondorfDie Anfänge des Ortes
Pfrondorf wurde im 7. Jahrhundert von den Alemannen gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1148. Der Ortsname leitet sich vermutlich von den auch heute noch zahlreich vorhandenen Brunnen (mittelhochdeutsch prunno = Brunnen) oder den vielen Pflaumenbäume (lateinisch prunus = Pflaume) auf der Pfrondorfer Gemarkung ab.
Pfrondorf war bis 1148 im Besitz der Tübinger Pfalzgrafen. Als Pfalzgraf Hugo von Tübingen das Geld ausging, übernahm das Kloster Bebenhausen in der Folgezeit die Herrschaft über Pfrondorf. Der von den Mönchen bestellte Verwalter (= Maier) residierte im Maierhof (Lustnauer Str. 3).Im Gebiet der Seestraße legten die Mönche einen gut drei Hektar großen See an, da Fische wegen der vielen Fastentage sehr gefragt waren. Er wurde aus den Quellen des Haldenbaches gespeist.
Im Königreich Württemberg
Als Folge der napoleonischen Reformen wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben und die Gemeinde Pfrondorf kam 1807 zum Oberamt Tübingen. Sie erwarb die ehemaligen Klostergüter und verkaufte Gebäude und Felder an die Bürger. Mit dem Erlös konnte 1833 die evang. Kirche gebaut werden, die erste in der Geschichte des Ortes. Sie wurde an der Stelle des abgerissenen Maierei-Stalls errichtet. Der See wurde abgelassen, weil die Pfrondorfer Weideland brauchten. Das erste gemeindeeigene Schul- und Rathaus (Kohlplattenweg 5) wurde 1801 bezogen. 1906 folgten das Neue Schulhaus (Süßerstr. 4) und 1936 die Schuppenschule (Kohlplattenweg 16). 1962 wurde in Ortsrandlage die Grund- und Hauptschule eröffnet, die seit 1968 bis heute als Grundschule betrieben wird. Das Forsthaus auf dem Einsiedel wurde 1878 erworben, Stein für Stein abgebrochen und in Pfrondorf als Rathaus wieder aufgebaut.
1911 bekam Pfrondorf Anschluss an das Stromnetz, 1936 wurde die Wasserleitung gebaut. Der späte Wasserleitungsanschluss der Häuser hatte seine Ursache in der guten Versorgung durch die Brunnen. Zunächst bezog Pfrondorf Grundwasser aus dem Neckartal, seit den 60-er Jahren Bodenseewasser. Die Leitung vom Bodensee nach Stuttgart führt über den Westrand der Pfrondorfer Markung. Die letzten 40 Jahre
Mit der Gemeindereform wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pfrondorf am 1. Juli 1971 ein Stadtteil Tübingens. Damit beschleunigte sich der schon vorher eingeläutete Strukturwandel. In das von Arbeitern und Nebenerwerbslandwirten geprägte Dorf zogen zahlreiche Mitarbeiter der Universität und des Klinikums sowie Angestellte der großen Firmen aus Stuttgart und Böblingen mit ihren Familien. Die Siedlungsfläche Pfrondorfs hat sich dadurch stark erweitert. Von rund 1.000 Einwohnern in der Vorkriegszeit ist das Dorf auf heute rund 3.400 Einwohner gewachsen. Die örtliche Infrastruktur wurde ausgebaut: die Schönbuchhalle, der Kindergarten See, später der Kindergarten Breite, das Evangelische Gemeindehaus, eine Schwimmhalle in der Kirnbachschule, der neue Friedhof samt Aussegnungshalle, ein Gewerbegebiet sowie ein zusätzlicher Sportplatz wurden erstellt. Dazu kamen ein Kleinspielfeld sowie ein Basketball- und ein Beachvolleyballfeld. Der genossenschaftlich geführte Dorfladen ermöglichte nach langen Jahren ohne Lebensmittelmarkt wieder den lokalen Einkauf des täglichen Bedarfs. Zahlreiche kulturelle und soziale Initiativen erweiterten die traditionellen Angebote. Tempo 30 im Ort sowie eine viertelstündliche Busanbindung an die Innenstadt machen das Wohnen in Pfrondorf noch attraktiver. 2009 wurde die Grundschule wärmesaniert, der Musikverein begann mit dem Bau seines Musikzentrums und an der Stelle des alten Bauhofs (ehemalige Schuppenschule) soll eine Wohnanlage für Senioren mit betreutem Wohnen und Pflegebereich entstehen. Weitere Informationen |