© 2005 www.tuebingen.de | Das Wirken von Primus Truber1567 erfolgte Trubers Übersiedlung nach Derendingen, wo er um 1569 sein Pfarrhaus gebaut hat. Es muß links an der Ecke der Sieben-Höfe-Straße, die vollends zur Kirche hinführt, gestanden haben.
Von Trubers neuer Heimat aus fanden bald weitere Drucke auf heimlichen Reisen den Weg nach Slowenien. Auch ein gewisses Interesse am Koran zeigte sich nun bei Primus Truber, vielleicht um auch die Türken und entsprechende Völker missionieren zu können.
Primus Truber war nicht nur ein treuer Seelsorger seiner Gemeinde, er hat sich auch sehr intensiv für seine Landsleute, für Studenten aus Krain, eingesetzt, die an der hiesigen Universität studierten. Es fand ein reger Brief- und Personenaustausch zwischen Slowenien und Derendingen statt. Viele kamen bei Truber im Hause unter. Andererseits hat auch er von vielen Seiten mancherlei Entgegenkommen erfahren.
In diesen langen Jahren war Primus Truber sehr viel schriftstellerisch tätig. Zahlreiche slowenische Bücher sind erschienen, die er selbst geschrieben und an denen er mitgearbeitet hat. Noch kurz vor seinem Tod war er an der Übersetzung einer Lutherschrift beteiligt.
Am 28. Juli 1586 ist Primus Truber verstorben. Er wurde am Tag danach auf dem Kirchhof begraben. Im Chor der St. Gallus-Kirche – wo man lange seine Grabstätte vermutete – erinnert eine Gedenkplatte an den Reformator. Sein Freund, der Tübinger Kanzler und Theologe Jakob Andreä hat ihm im Beisein der Studenten der Universität die Leichenpredigt gehalten.
In einem zusammenfassenden Wort soll ausgesagt werden, daß Primus Truber ein toleranter, völkerverbindender Mann war - Reformator, Theologe, Prediger und Seelsorger seiner Gemeinden und Studenten. Er hat die Bibel ins Slowenische übersetzt und ist gerade damit auch als Sprachschöpfer hervorzuheben. Wenn ein Volk eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Literatur hat, dann wächst es erst richtig als Volk zusammen. So ist es einleuchtend, daß die Slowenen auf ihren Primus Truber sehr stolz sind. Sie alle rechnen ihm sein Werk hoch an und bezeichnen ihn als ihren Vater, wie es heute heißt: "Der Vater der slowenischen Literatur und Kultur."
Als Unterschrift unter diesen Versuch einer Darstellung Trubers können wir nur das Wort setzen, das seit dem 29. Juni 1986 auf der Gedenktafel in der Derendinger Kirche steht:
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