© 2005 www.tuebingen.de | Vom braunen Hemd zur weißen Weste? Heute Vortrag.Der postnazistische Zeitgeist war damals in der Universitätsstadt sehr gegenwärtig und bestimmte vielfach den Umgang mit den Opfern und Tätern der NS-Verbrechen. Zugleich knüpften die Stadthonoratioren und verschiedene Verbände bruchlos an nationalistische Traditionen an. Erst ab Beginn der 1960er Jahre kratzten Studenten mit Unterstützung von Professoren am glorifizierten Bild der Vergangenheit, das vor allem deutsche Opfer- und Heldenmythen kannte. Sie forderten eine kritische Auseinandersetzung mit den Nationalsozialismus ein, doch viele Verantwortliche in Tübingen und die Mehrheit der Bevölkerung verweigerten weiterhin eine Aufarbeitung der braunen Vergangenheit.
Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird in der Geschichtsschreibung und im öffentlichen Erinnern meist als Erfolgsgeschichte dargestellt. Vielen gilt die Integration ehemaliger Nationalsozialisten in die junge BRD als eine wichtige Voraussetzung dieses Erfolgs. Auch in Tübingen wurden manche Aspekte der Vergangenheit lange verdrängt, die Opfer wurden ausgeblendet. Dabei war nationalsozialistisches Denken auch nach 1945 durchaus noch präsent. Dem geht eine Veranstaltungsreihe von Oktober 2009 bis Juni 2010 nach. Sie beschäftigt sich unter dem Titel „Vom braunen Hemd zur weißen Weste? Vom Umgang mit der Vergangenheit in Tübingen nach 1945“ mit der Entwicklung in Tübingen in den 1950er und 60er Jahren.
Das Programm zum Download: "Vom braunen Hemd zur weißen Weste?" |