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Stammt die Schwarzwälder Kirschtorte aus Tübingen?

22.01.07

 

[ Terminänderung: ChocolArt findet statt von Dienstag, 4. bis Sonntag, 9. Dezember 2007 ]

 

Ist Tübingen auf dem Weg zur heimlichen Schokoladenhauptstadt? Erst vor kurzem fand in der  schwäbischen Universitätsstadt das erste, überaus erfolgreiche Schokoladenfestival Deutschlands statt; jetzt mehren sich die Anzeichen dafür, dass auch schon die Schwarzwälder Kirschtorte Anfang der dreißiger Jahre in Tübingen das Licht der Welt erblickte.

 

Während der ersten chocolART im vergangenen Dezember verkauften internationale Chocolatiers, Händler exotischer Schokoladensorten und exquisite Pralinenhersteller in wenigen Tagen mehr als 50 Tonnen Schokolade in der Tübinger Altstadt. Die Tübinger Schokoladenmesse – einzigartig in Deutschland – entpuppte sich als wahrer Besuchermagnet, der zwischen hundert- und hundertfünfzigtausend Gäste in die historischen Gassen der Universitätsstadt am Neckar lockte.

 

40 Stände säumten die Gassen, mehr als 70 Stationen bildeten einen Schokoladenpfad durch die Altstadt. Die Schokoladenmassagen waren schnell ausgebucht, eine Fülle von Abendveranstaltungen, eine Ausstellung mit Schokoladenverpackungen aus aller Welt, Schokoladenfilme und –soirees fanden großen Anklang. Fotoausstellungen, Schoko-Werkstatt, Backwettbewerbe und Gesundheitsvortrag – es gibt fast nichts zum süßen Thema, was es in Tübingen während der chocolART nicht gab. Noch bis zum 4. Februar 2007 dauert die Ausstellung zur Tübinger Caféhaus-Geschichte im Stadtmuseum.

 

Jetzt macht die Universitätsstadt mit einer weiteren Schokoladen-Schlagzeile auf sich aufmerksam: Die Schwarzwälder Kirschtorte erblickte möglicherweise in Tübingen das Licht der Welt. Dies haben die Recherchen von Stadtarchivar Udo Rauch vor kurzem ergeben. Nachforschungen räumten zunächst auf mit der Legende, der zufolge die Schwarzwälder Kirschtorte eine Erfindung aus dem Rheinland sei. In der Biographie des angeblichen Schwarzwälder Kirschtorten-Erfinders Josef Keller gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die den Schluss nahe legen, dass der Ursprung der Torte in Bad Godesberg vor dem Ersten Weltkrieg mehr als unwahrscheinlich ist. Dies veranlasste den Stadtarchivar, die Tübinger Quellenlage eingehender zu studieren. „Solange die Godesberger Tortenlegende krümelt, sehen wir uns genötigt, der hiesigen Überlieferung ein wenig nachzugehen“, so Udo Rauch.

 

Bereits 1975 hatte sich ein Konditor aus Rottenburg zu Wort gemeldet. Sein Kollege Erwin Hildenbrand habe im Frühjahr 1930 die Schwarzwälder Kirschtorte im Café Walz in Tübingen erfunden, so seine feste Überzeugung. Dieser Spur ging Rauch jetzt erneut nach und stieß auf weitere Zeitzeugen. Auch wenn es noch keinen schriftlichen Beweis gibt: Die Quellenlage spricht derzeit dafür, dass Deutschlands berühmteste Sahnetorte aus Tübingen stammt. Rauch hofft jetzt mit einem Aufruf in den örtlichen Medien auf eine endgültige Absicherung der Quellenlage.

 

Dies würde sicher mit einer besonders schönen Torte gefeiert – spätestens bei der nächsten chocolART, die vom 27.11. bis 2.12. 2007 in Tübingen stattfindet.

 

[ Bildmaterial zur chocolART ]

 

Pressestelle der Universitätsstadt Tübingen

 

 

  [ Quellenlage zur Schwarzwälder Kirschtorte; pdf-Datei ]  
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