Hinter der Fassade

Tübinger Altstadtgeschichten im Stadtmuseum

Als Heimat geliebt, als romantisch bewundert, als eng, klein und laut verhasst, als Puppenstube belächelt: Die Tübinger Altstadt lässt keinen unberührt. Ihr widmet das Stadtmuseum die Sonderausstellung „Tübinger Altstadtgeschichten“.

„Bewohner, Touristen und Menschen, die ihre Freizeit in der Innenstadt verbringen, aber auch Händler und Gewerbetreibende haben hohe und mitunter sehr unterschiedliche Erwartungen an die Altstadt. Hinzu kommt, dass viele Häuser denkmalgeschützt sind“, sagt die Ausstellungskuratorin Dr. Evamarie Blattner. Diese Vielfältigkeit zeigt sich in den drei großen Themenbereichen der Ausstellung.

Der Bürger- und Verkehrsverein
Der Bürger- und Verkehrsverein Tübingen (BVV) wurde 1891 gegründet und ist erste Anlaufstelle für die touristische Vermarktung der Stadt – von der Zimmervermittlung über Stadtführungen und Stocherkahnfahrten bis zu eigenen Veranstaltungen. In der Ausstellung zeichnen Dokumente, Objekte und Fotos die Geschichte des BVV nach, stellen seine Verdienste für Einheimische und Gäste sowie seine Aufgaben vor. Fotoreihen und ein Film dokumentieren, wie die Empfehlungen des BVV für einen Altstadtrundgang über die Jahrzehnte hinweg ausgesehen haben und wie sich die Gewichtung mit der Zeit verändert hat.

Die erzählte Stadt
Im zweiten Teil der Ausstellung kommen Menschen, die in Tübinger Altstadt wohnen, zu Wort. In Interviews sprechen Alteingesessene und Neuzugezogene, Handwerker, Gewerbetreibende, Professoren und Kinder über ihre Erfahrungen in der Altstadt. Man erfährt, warum die Tübingerinnen und Tübinger ihre Stadt schätzen und warum sie sie hassen, wie sich ihre Umgebung und ihr Lebensgefühl über die Jahre verändert hat und wie sie sich die Zukunft in der Altstadt wünschen. Die Aufnahmen des Projekts „Die erzählte Stadt“ sind auch auf einem etwa einstündigen Stadtrundgang zu hören: Dazu verleiht das Stadtmuseum Multimedia-Geräte, die an die Wohnorte der Interviewten führen.

Politik – Verwaltung – Wissenschaft
Wie kann eine nachhaltige, wandlungsfähige und zugleich lebenswerte Stadt Wirklichkeit werden? Mit diesen Fragen setzen sich Politik, Verwaltung und Wissenschaft auch in Tübingen auseinander. Der dritte Teil der Ausstellung präsentiert anhand von Karten, Schautafeln und Fotos Themen wie den demografischen Wandel, die Mobilität, Sanierungen oder das Energielabor Tübingen.

Die Ausstellung „Tübinger Altstadtgeschichten“ ist in Zusammenarbeit mit dem Bürger- und Verkehrsverein und dem SWR mit Unterstützung der Universität Tübingen (Zentrum für Medienkompetenz und Geografisches Institut) entstanden. Zum Begleitprogramm gehören Lesungen, Vorträge, Informationsveranstaltungen des Energielabors Tübingen sowie verschiedene Angebote für Kinder.

Sonderausstellung
Hinter der Fassade – Tübinger Altstadtgeschichten
29. Oktober 2016 bis 19. März 2017

Stadtmuseum, Erdgeschoss

Bildergalerie zur Ausstellung

Fotografie des Tübinger Marktplatzes in den 1960er-Jahren.Multimedia-Führung „Die erzählte Stadt“: Stationen des StadtrundgangsIn der Jakobsgasse. Fotografie von Paul Swiridoff, 1960.

Bild: Stadtarchiv Tübingen