Schenkungen nach 1945

Viele Tübinger Bürgerinnen und Bürger, die eng mit dem Nationalsozialismus verbunden waren, haben der städtischen Sammlung in der Nachkriegszeit Objekte geschenkt oder vermacht – möglicherweise auch, um Fragen nach deren Herkunft aus dem Weg zu gehen. Für den Zeitraum von 1945 bis 1957 führen die Eingangsbücher des Stadtmuseums 310 Schenkungen auf, davon kamen 210 Schenkungen direkt aus Tübingen. Wie viele Objekte sich tatsächlich dahinter verbergen, ist noch unklar.

Bei diesen Schenkungen handelt es sich fast ausschließlich um Alltagsgegenstände: alte Möbelstücke, Handlaternen, Pfeifenköpfe und Objekte aus Zinn und Kupfer, aber auch alte Tübinger Stadtansichten, Fotografien und Bücher. Sogar ein Bruchstück vom Stoßzahn eines Mammuts ist dabei. Zur Geschichte vieler dieser Gegenstände gibt es keine Aufzeichnungen, oft ist nicht einmal der Name des Schenkenden vermerkt. Dr. Andrea Richter sucht nach Hinweisen zur ursprünglichen Herkunft der Objekte. Bisher gibt es noch keine Hinweise auf Raubkunst.