Heizkesseltausch

Wollen Sie es mollig warm zuhause, ohne über die Heizkostenrechnung ins Schwitzen zu kommen? Dann ist es Zeit für einen Austausch des Heizkessels. Denn moderne Heiztechnik ist die Voraussetzung für sparsames und umweltverträgliches Heizen.

Mehr als 70 Prozent der in Deutschland installierten Heizungssysteme sind veraltet und ineffizient. Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen die meisten Kessel, die 30 Jahre und älter sind, nun ausgetauscht werden.

Wenn Sie Ihren Kessel tauschen, dann empfiehlt sich auch die Anschaffung einer Hocheffizienzpumpe und ein hydraulischer Abgleich. Eine Hocheffizienzpumpe kann rund 100 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen. Der hydraulische Abgleich stellt sicher, dass die Wärme optimal im Haus verteilt wird.

Pflicht und Kür zum effizienten Kessel

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine der Grundlagen, mit der die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen will. Sie enthält einige Pflichten für Bestandsgebäude. Dazu gehört auch die Pflicht zum Tausch für bestimmte Heizkessel, die 30 Jahre und älter sind. Ausgenommen sind Brennwert- oder Niedertemperaturanlagen, auch wenn diese nicht immer energieeffizient sind. Außerdem sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, die vom Eigentümer seit 2002 bewohnt werden, nicht betroffen.

Doch auch wenn die gesetztliche Pflicht nicht besteht, kann sich ein neuer Heizkessel bei Kosten zwischen 5000 und 10.000 Euro lohnen. Eine vom Bundesumweltministerium geförderte Studie ergab, dass mit dem Tausch von Heizkesseln acht bis 50 Prozent Heizenergie eingespart werden können.

Seit 26. September 2015 müssen Heizungsanlagen, Boiler und kombinierte Geräte ein EU-Energiesparlabel tragen - von rot (G = energieverschwendend) bis grün (A/A+++ = sehr energieeffizient). Doch ob Gerät und Gebäude effizient zusammenpassen, muss stets im Einzelfall geklärt werden!

Einheizen mit erneuerbaren Energien

Wer seinen Heizkessel tauscht, muss nach dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) mindestens 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien abdecken. Das kann beispielsweise durch die Nutzung von Solarthermie oder Pellets geschehen. Aber auch Ersatzmaßnahmen wie baulicher Wärmeschutz, Photovoltaik, Blockheizkraftwerk (BHKW) oder Fernwärmeanschluss sind möglich. Auch ein Kombinationsmodell aus Erneuerbaren und Ersatzmaßnahmen ist denkbar, beispielsweise die Kombination „Sanierungsfahrplan und Biogas-Nutzung“.

Das EWärmeG gilt für alle vor dem 1. Januar 2009 errichteten Wohn- und Nichtwohngebäude ab einer Fläche von 50 m². Ausgenommen sind Gebäude, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden oder weniger als ein Viertel des erwarteten jährlichen Energieverbrauchs aufweisen.

Informationen zur finanziellen Unterstützung beim Austausch des Heizkessels gibt es in der Rubrik Förderprogramme.

Weiterführende Links

BAFA „Heizen mit Erneuerbaren“
KfW-Zuschussprogramm 430
Förderprogramme der Stadtwerke Tübingen 
BAFA-Energieberatung
Sanierungsfahrplan BW