Grundsteuer

Die Universitätsstadt Tübingen erhebt Grundsteuer auf in ihrem Gebiet liegenden Grundbesitz. Wer Grundbesitz hat, ist grundsteuerpflichtig. Im Unterschied zur Grunderwerbsteuer, die nur einmal beim Kauf eines Grundstückes anfällt, müssen Sie die Grundsteuer jährlich zahlen.

Es wird unterschieden zwischen Grundsteuer A (für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, Stückländereien) und Grundsteuer B (alle anderen Grundstücke).

Hinweis: Als Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer dient der Einheitswert des Grundstücks, des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft oder der Stückländereien. Das persönliche Vermögen des Grundstückeigentümers spielt dabei keine Rolle.

Voraussetzung:

Eigentum, Teileigentum oder Erbbaurecht an einem Grundstück. Als Grundbesitz zählen:

  • Bebaute und unbebaute Grundstücke
  • Wohnungseigentum
  • Teileigentum
  • Erbbaurechte
  • Wohnungserbbaurechte
  • Betriebe der Land- und Forstwirtschaft
  • Land- und forstwirtschaftliche Grundstücke (Stückländereien)
  • Betriebsgrundstücke

Ablauf:

Das Finanzamt Tübingen muss zuerst den Einheitswert des betreffenden Grundstücks bestimmen. Der Einheitswert wird wesentlich von Beschaffenheit und (Miet-) Wert eines Grundstücks beeinflusst. Der ermittelte Einheitswert wird danach mit den im Grundsteuergesetz festgeschriebenen Steuermesszahlen multipliziert.

Diese betragen:

  • Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe: 6 Promille
  • Für Einfamilienhäuser: für die ersten 38.346,49 Euro des Einheitswerts 2,6 Promille und 3,5 Promille für den Rest des Einheitswerts
  • Für Zweifamilienhäuser: 3,1 Promille
  • Für alle übrigen Grundstücke: 3,5 Promille

Der sich so ergebende Grundsteuermessbetrag wird im letzten Schritt an die Gemeinde/Stadt weitergegeben und dort mit einem sogenannten Hebesatz multipliziert. Der Hebesatz der Universitätsstadt Tübingen beträgt bei der Grundsteuer A 360 Prozent und bei der Grundsteuer B 560 Prozent.

De errechneten Größen Einheitswert, Grundsteuermessbetrag und Grundsteuer werden jeweils mit einem eigenen Bescheid bekannt gegeben.

Hinweis: Die Gemeinde ist bei der Festsetzung der Grundsteuer an diese Grundlagenwerte gebunden.

Frist:

Die Grundsteuer wird jeweils für das Kalenderjahr festgesetzt und ist grundsätzlich in vier Raten am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November zu zahlen.

Abweichend hiervon kann von den Steuerpflichtigen bis zum 30. September beantragt werden, dass ab dem Folgejahr die gesamte Steuerschuld für das Jahr am 1. Juli des Jahres zu entrichten ist. Ein Widerruf dieser beantragten Zahlungsweise kann jederzeit ebenfalls bis zum 30. September eines Jahres erfolgen und wirkt ab dem folgenden Jahr.

Sonstiges:

Verkaufen Sie ein Grundstück, für das Sie bisher Grundsteuer bezahlt haben, muss das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag für den Erwerber neu festsetzen. Dies geschieht zum 1. Januar des Jahres, das auf den Eigentumswechsel folgt. Erst dann kann die Gemeinde oder die Stadt die Grundsteuer gegenüber dem neuen Eigentümer festsetzen und Sie entlasten.

Dies gilt auch, wenn der Besitzer eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden wechselt (zum Beispiel eine Garage oder ein Bungalow).

Alle in Ihrem Kaufvertrag getroffenen Vereinbarungen zur Übernahme von Zahlungsverpflichtungen durch den Erwerber des Grundstückes sind privatrechtliche Regelungen und wirken sich nicht auf die Zahlung der Grundsteuer aus.

Bestimmte Grundstücke sind von der Grundsteuer befreit (z.B. Grundstücke, die sich im Besitz von Religionsgesellschaften befinden und auch für religiöse Zwecke verwendet werden).

Rechtsgrundlage:

Grundsteuergesetz (GrStG)

Zuständig:

Für die Feststellung des Einheitswertes und des Grundsteuermessbetrages ist das Finanzamt Tübingen zuständig.

Ihre Ansprechpersonen:

Sonja Wendorf
Telefon 07071 204-1626
E-Mail sonja.wendorf@tuebingen.de
Jennifer Beilfuß
Telefon 07071 204-1626
E-Mail jennifer.beilfuss@tuebingen.de