FrauenStimmen in Tübingen

In 100 Jahren vom Wahlrecht bis zur Frauenquote

Sonderausstellung

19. Januar bis 29. September 2019
Treppenhaus und Foyer im Erdgeschoss

Bereits 1919, im ersten Jahr des allgemein gültigen Frauenwahlrechts, wurden mit Thekla Waitz und Elisabeth Landerer zwei Frauen in den Tübinger Gemeinderat gewählt. 30 Jahre später stellten sich zehn Frauen auf einer überparteilichen Frauenliste zur Wahl. Und in den 1950er-Jahren trafen sich die sogenannten „Staatsbürgerinnen“ in einem Kurs zur politischen Bildung für Frauen. Von den Ideen der 68er-Revolution beeinflusst, entwickelte sich die neue Frauenbewegung, die in Tübingen unter anderem ein Frauenzentrum und eine Frauenakademie verwirklichte. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurden Forderungen nach einer Frauenbeauftragten und Proteste gegen Gewalt an Frauen laut.

In der Ausstellung kommen Tübinger Stadträtinnen zu Wort, die von ihren Erfahrungen in der Politik sprechen und von ihrer Motivation, sich am Runden Tisch „100 Jahre Frauenwahlrecht“ zu beteiligen. Zudem berichten mehrere Frauen, die sich aktiv in die Frauen- und Gleichstellungspolitik eingebracht haben, in Videointerviews von ihrer Zeit als Gleichstellungsbeauftragte, Bürgermeisterin oder Fotografin. Schließlich fragt die Ausstellung auch nach aktuellen frauenpolitischen Problemen in unserer Gesellschaft und nach heutigen Protestformen im öffentlichen Raum.

Teil der Ausstellung ist das Projekt „Als ich geboren wurde, durften Frauen noch nicht…“ des Stadtteiltreffs Waldhäuser-Ost. Dafür haben Frauen aus Tübingen und den Partnerstädten Perugia (Italien), Moshi (Tansania), Durham (Großbritannien) und Ann Arbor (USA) Fragen zu Veränderungen im Alltag von Frauen in den vergangenen 70 Jahren beantwortet. Die Sonderausstellung ist eine Kooperation des Stadtmuseums mit der Stabsstelle Gleichstellung und Integration der Universitätsstadt Tübingen, dem Runden Tisch „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und dem Stadtteiltreff Waldhäuser-Ost Tübingen e.V.

Bildergalerie zur Ausstellung

Bereits 1919, im ersten Jahr des allgemein gültigen Frauenwahlrechts, wurden mit Thekla Waitz (links) und Elisabeth Landerer zwei Frauen in den Tübinger Gemeinderat gewählt.

Bilder: Stadtarchiv TübingenDieser Button wurde für den Frauen-Streik-Tag am 8. März 1994 angefertigt. In Tübingen wurde der Frauenstreik von der damaligen Frauenbeauftragten Edda Rosenfeld organisiert. Es gab eine Demonstration am Schimpfeck und eine Kundgebung am dem Marktplatz.

Bild: Gerlinde StrasdeitDie Frauenstreikaktion am 8. März 1991 auf dem Holzmarkt war eine Aktion der Tübinger Gruppe „Frauen gegen den Krieg“. Unter dem Motto „Wir laden ab“ konnten Frauen Gegenstände ablegen und so ein Zeichen gegen bestehende Herrschafts- und Machtverhältnisse setzen. Dabei wurde auch gegen den Golfkrieg demonstriert und gegen weitere militärische Auseinandersetzungen, die insbesondere Frauen als Opfer trafen.

Bild: Yvonne Berardi