Baugenehmigung und Bauantrag

Handelt es sich bei dem von Ihnen geplanten Vorhaben um ein genehmigungspflichtiges
Vorhaben, müssen Sie im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens einen Antrag auf
Erteilung einer Baugenehmigung stellen, sofern nicht das Kenntnisgabeverfahren oder
das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren in Betracht kommt.
Handelt es sich um einen Sonderbau oder ein Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 ist
zwingend das Baugenehmigungsverfahren anzuwenden.

Es wird zwischen folgenden Gebäudeklassen unterschieden:
Gebäudeklasse 1: freistehende Gebäude mit einer Höhe* bis zu 7 Metern und nicht
mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern
und freistehende land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude
Gebäudeklasse 2: Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 Metern und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern
Gebäudeklasse 3: sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 Metern
Gebäudeklasse 4: Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 Metern und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 Quadratmetern
Gebäudeklasse 5: sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude

* Definition der Höhe bei Einteilung in Gebäudeklassen (§ 2 LBO):
Die Höhe ist das Maß zwischen der Geländeoberfläche (im Mittel) und der
Fußbodenoberkante des obersten Geschosses, in welchem ein Aufenthaltsraum
möglich ist.

Der jeweilige Antrag auf Baugenehmigung ist mit den erforderlichen
Unterlagen (siehe „Unterlagen“) beim Service-Center Bauen einzureichen. Zeitgleich
mit diesem Antrag müssen Sie auch den ausgefüllten Erhebungsbogen für die
Statistik über die Bautätigkeit einreichen.

Hinweise:

  • Der Bauantrag muss von Ihnen als Bauherr und vom Entwurfsverfasser (in der Regel ein Architekt oder Bauingenieur), die Bauvorlagen müssen vom Entwurfsverfasser unterschrieben werden. Die von einem Fachplaner erstellten Bauvorlagen müssen von diesem unterschrieben sein.
  • In den Plänen sind geplante Abbrüche von Gebäudeteilen bzw. vorherige Nutzungen in gelb und neue Gebäudeteile bzw. veränderte Nutzungen in rot
    einzutragen.
  • Bitte berücksichtigen Sie bei der Planung die Notwendigkeit des 2. Rettungsweges. Dieser ist bereits im Bauantrag darzustellen.
    Führt der 2. Rettungsweg über mobile Einsatzgeräte der Feuerwehr (z.B. tragbare
    Leitern, Drehleiter etc.) sind die hierfür erforderlichen Feuerwehrstell- bzw.
    -aufstellflächen im Lageplan darzustellen.

Das Service-Center Bauen prüft innerhalb von zehn Arbeitstagen, ob die Bauvorlagen
vollständig sind und welche anderen Ämter und Dienststellen am Verfahren beteiligt werden müssen. Sind die Bauvorlagen unvollständig, teilt Ihnen das Service-Center Bauen mit, welche Ergänzungen erforderlich sind. Sobald der Bauantrag und die Bauvorlagen vollständig sind, werden die Unterlagen von den zuständigen Fachbehörden geprüft.

Das Service-Center Bauen Tübingen benachrichtigt die Eigentümer der an das
Baugrundstück angrenzenden Grundstücke (Angrenzer) innerhalb von fünf Arbeitstagen
ab dem Eingang der vollständigen Bauvorlagen. Damit erhalten diese die Gelegenheit, innerhalb von vier Wochen Einwendungen zu dem Bauvorhaben vorzubringen. Eigentümer benachbarter Grundstücke, die nicht direkt an das Baugrundstück angrenzen (sonstige Nachbarn), können ebenfalls benachrichtigt werden. Bei Vorlage der Zustimmungserklärungen sämtlicher Angrenzer, kann auf die Angrenzeranhörung verzichtet werden.

Die Baurechtsbehörde prüft den Bauantrag auf Übereinstimmung mit den einschlägigen
öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Sie hört jene Stellen, deren Aufgabenbereich berührt wird (z.B. die Denkmalschutzbehörde, wenn es sich um ein Kulturdenkmal handelt oder das Vorhaben auf ein benachbartes eingetragenes Kulturdenkmal Auswirkungen hat). Wenn sämtliche Stellungnahmen vorliegen und der Bauantrag geprüft wurde, werden dem Bauherren bzw. dem jeweiligen Planverfasser die noch auszuräumenden Beanstandungen mitgeteilt. Nach erfolgter Änderung oder Ergänzung der Unterlagen wird der Antrag nochmals geprüft. Liegen keine Beanstandungen vor oder wurden alle Beanstandungen ausgeräumt, erfolgt die Entscheidung, das heißt die Baugenehmigung wird erteilt, sie wird nur mit bestimmten Bedingungen und Auflagen erteilt oder der Bauantrag wird abgelehnt.

Mit der Ausführung des Vorhabens dürfen Sie erst beginnen, wenn die Baugenehmigung
vorliegt und der Baufreigabeschein, der sogenannte "Grüne Punkt", erteilt wurde. Eine öffentlich-rechtliche Bauabnahme erfolgt nicht in jedem Falle, sondern nur dann, wenn die Behörde dies in der Baugenehmigung ausdrücklich angeordnet hat.
Hinweis: Feuerungsanlagen dürfen erst nach Bescheinigung der Brandsicherheit und der sicheren Abführung der Verbrennungsgase durch den Bezirksschornsteinfegermeister in Betrieb genommen werden.

Die Baugenehmigung erlischt, wenn Sie nicht innerhalb von drei Jahren nach der
Erteilung der Genehmigung mit der Bauausführung beginnen oder wenn die
Bauausführung nach diesem Zeitraum ein Jahr unterbrochen worden ist. Die Frist kann mit einem schriftlichen Antrag um jeweils bis zu drei Jahre verlängert werden.

Für Bauvorhaben in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet gelten seit 1. Januar 2014 zusätzliche Anforderungen. Weitere Informationen hierüber finden Sie unter "Wasserrechtliche Genehmigung für Bauvorhaben in Überschwemmungsgebieten“.

Unterlagen:

    Informationen über die einzureichenden Unterlagen erhalten Sie in folgendem Merkblatt: "Merkblatt Baugenehmigungsverfahren mit Checkliste Antragsunterlagen".

      Die erforderlichen Unterlagen sind in 5-facher Fertigung beim Service-Center Bauen einzureichen. Liegt ihr Bauvorhaben in einem Stadtteil mit eigener Verwaltungsstelle (Bebenhausen, Bühl, Hagelloch, Hirschau, Kilchberg, Pfrondorf, Unterjesingen, Weilheim) bitten wir Sie mindestens sechs Ausfertigungen einzureichen.

      Formulare und Merkblätter:

      Kosten:

      • Baugenehmigung: 6 Promille der Baukosten, mindestens 150 Euro
      • Bauabnahme: 1 Promille der Baukosten, mindestens 50 Euro
      • Ausnahmen, Abweichungen: Je Ausnahme oder Abweichung 100 bis 5.000 Euro (Berechnung gemäß Gebührensatzung der Universitätsstadt Tübingen)
      • Befreiungen: Je Befreiung 100 bis 50.000 Euro (Berechnung gemäß Gebührensatzung der Universitätsstadt Tübingen)

      Rechtsgrundlage:

      Zuständig:

      Ihre Ansprechpersonen:

      Raphaela Fuhrer
      Telefon 07071 204-2402
      E-Mail raphaela.fuhrer@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Neue Anträge
      Nadine Tappert
      Telefon 07071 204-2401
      E-Mail nadine.tappert@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Neue Anträge
      Iryna Stemmler
      Telefon 07071 204-2738
      E-Mail iryna.stemmler@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Neue Anträge
      Angelika Amann
      Telefon 07071 204-2396
      E-Mail angelika.amann@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Laufendes Verfahren, Bezirk Nord
      Julia Bölzle
      Telefon 07071 204-2564
      E-Mail julia.boelzle@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Laufendes Verfahren, Bezirk Nord
      Sigrun Riegger
      Telefon 07071 204-2399
      E-Mail sigrun.riegger@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Laufendes Verfahren, Bezirk Nord
      Cornelia Horrer
      Telefon 07071 204-2458
      E-Mail cornelia.horrer@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Laufendes Verfahren, Bezirk Süd
      Annett Kamenik
      Telefon 07071 204-2723
      E-Mail annett.kamenik@tuebingen.de
      Zuständigkeit: Laufendes Verfahren, Bezirk Süd