Projekte

Eine Vortragsreihe zu bedeutenden Tübinger Fotografen und deren Werk, die Bewerbung für die UNESCO-Welterbeliste oder eine stadthistorische Broschüre zu den Orten, an denen die Geschichte des Tübinger Vertrags vor über 500 Jahren „geschrieben“ wurde: Die Liste der Projekte, an denen sich das Stadtarchiv seit 2007 beteiligt hat, ist lang. Einen Einblick gibt diese Übersicht.

2017

Der frustrierte Jäger. Die Neuinszenierung der Oper „Il cacciatore deluso“ von Niccolò Jommelli (1714-1774) kommt unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung erstmals wieder auf die Bühne – 250 Jahre nach ihrer Uraufführung in Tübingen. Stadtarchivar Udo Rauch hatte die lange Zeit verschollene Partitur 2006 in der Nationalbibliothek Lissabon ausfindig gemacht und seine Geschichte erforscht.
städtische Pressemitteilung vom 6. Oktober 2017
Interview mit Udo Rauch

2016

Tag der Archive. Das Stadtarchiv beteiligte sich erstmals mit einem abwechslungsreichen Programm an dem  bundesweiten Aktionstag: Am 5. März 2016 konnten Besucherinnen und Besucher von 11 bis 15 Uhr Archivluft schnuppern und beispielsweise an Führungen durch das Magazin teilnehmen, Vorträgen lauschen oder sich über Familienforschung informieren. Das Motto des Aktionstags lautete „Mobilität im Wandel“.
städtische Pressemitteilung mit Programm vom 26. Februar 2016

Gedenktafel für Josephine Lang. Die Tübinger Komponistin und Sängerin Josephine Lang (1815-1880) hinterließ rund 300 romantische Lieder. Dabei handelt es sich zumeist um Vertonungen von Texten bedeutender Schriftsteller wie Goethe, Heine, Rückert oder Kerner. An die Künstlerin erinnert seit Januar 2016 eine Gedenktafel an ihrem einstigen Wohnhaus in der Rümelinstraße 27.
städtische Pressemitteilung vom 21. Januar 2016

2015

Eberhardsbrücke. Im Sommer 2015 musste die Eberhardsbrücke saniert werden. Das Stadtarchiv hat die Geschichte des Brückenbauwerks recherchiert, das während der letzten 500 Jahre immer wieder Baustelle war.

2014

500 Jahre Tübinger Vertrag. Zum Jubiläum des Tübinger Vertrags hat das Stadtarchiv einen Stadtrundgang herausgegeben, der die Vertragsstätten und ihre Geschichte beschreibt. Stadtarchivar Udo Rauch entdeckte eine Fahne im Fundus des Stadtmuseums, die möglicherweise vor 500 Jahren der Stadt Tübingen überreicht worden war.
städtische Pressemitteilung vom 4. Juli 2014

Fotografien von Peter Neumann. Im Oktober 2014 hat das Stadtarchiv in der Kulturhalle die Ausstellung „Stadtwege. Fotografien von Peter Neumann“ gezeigt und unter demselben Titel  einen begleitenden Katalog herausgegeben. Peter Neumann (1942-2009) arbeitete als selbständiger Fotograf für Firmen, Verwaltungen, Künstlerinnen und Künstler. Er hinterließ ein sehr umfangreiches fotografisches Werk mit mehreren hunderttausend Aufnahmen, die 2011 in das Stadtarchiv gelangten.
städtische Pressemitteilung vom 6. Oktober 2014

Erster Weltkrieg. Von November 2014 bis März 2015 hat das Stadtmuseum die Ausstellung „Der fotografierte Krieg. Der Erste Weltkrieg zwischen Dokumentation und Propaganda“ gezeigt. Im Stadtarchiv wurde für die Ausstellung eine Chronik der Ereignisse in Tübingen zusammengetragen, die im Ausstellungskatalog veröffentlicht ist.

2013

Platanenallee. Unter den Augen Friedrich Hölderlins wurde sie einst gepflanzt – doch wie alt die Tübinger Platanenallee tatsächlich ist, war lange Zeit unbekannt. 2013 brachte ein Fund im Tübinger Stadtarchiv das exakte Datum zutage: Die Originalrechnung aus dem Jahr 1828 beweist, dass die Bäume im Januar/Februar 1828 bei der „exotischen Baumschule Hohenheim“ für 32 Gulden gekauft und von dort mit weiteren Bäumen nach Tübingen geliefert wurden.
städtische Pressemitteilung vom 11. Juni 2013

2012

Güterbahnhof. Im Februar 2012 wurde der Gemeinderat über mögliche Nachnutzungen des alten Güterbahnhofs informiert. Die vorgelegte Machbarkeitsstudie des Büros Schell spricht sich für einen Umbau zum Stadtarchiv aus. Ein Bericht zur Unterbringung des Stadtarchivs wurde dem Ausschuss für Kultur, Integration und Gleichstellung am 21. Januar 2013 vorgelegt.

Bewerbung für die UNESCO-Welterbeliste. Die Universitätsstädte Tübingen und Marburg haben sich im Sommer 2012 gemeinsam für die Welterbeliste beworben. Gegenstand des Antrags war der einzigartige kulturelle Raum, der in beiden Städten durch die enge Verbindung von Stadt und Universität entstanden ist. Die Argumente für die Bewerbung hat das Stadtarchiv zusammengetragen.
www.tuebingen.de/weltkulturerbe

Ortsgeschichte von Bühl. Im Stadtarchiv der Universitätsstadt Tübingen ist seit 2012 der Nachlass des Bühler Heimatforschers Albert Schick (1919 – 2010) zugänglich. Er enthält umfangreiche Materialien zur Geschichte des Tübinger Stadtteils.
städtische Pressemitteilung vom 3. Februar 2012

2011

In der Vortragsreihe „ArchivBlicke – Fotos von Vorgestern aus dem Stadtarchiv“ hat das Stadtarchiv spannende Einblicke in ein längst versunkenes Tübingen gegeben. Frühere Aufnahmen haben oft eine verblüffende Aktualität gezeigt. Lokalhistorische Themen wurden aufgegriffen, die den Blick des Publikums ins Stadtarchiv gelenkt haben.
Flyer zur Vortragsreihe

2009

Archiv des Landestheaters Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen (LTT). Über 50 Jahre Theatergeschichte spiegeln sich in den 65 Regalmetern Archivmaterial wider, die das Stadtarchiv Tübingen seit 2009 aufbewahrt. Die Quellen dokumentieren die künstlerische Arbeit des Landestheaters, insbesondere die rund 1.000 Inszenierungen seit 1945. Die Archivmaterialien des LTT sind im Stadtarchiv Tübingen öffentlich zugänglich. Der Bestand ist in einem Findbuch katalogisiert.

Geburten- , Sterbe- und Heiratsbücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Stadtarchiv hat 2009 die älteren Bücher des Tübinger Standesamts aus dem 19. und 20. Jahrhundert übernommen. In diesen Unterlagen sind die grundlegenden Daten zehntausender Lebensläufe dokumentiert: Geburt, Heirat und Tod. Die Bände geben zudem Auskunft über die engste Verwandtschaft von Eltern, Ehepartnern und Kindern. Zu den Quellen im Stadtarchiv gehören jetzt Geburtenbücher, die älter als 110 Jahre sind, Sterbebücher (älter als 30 Jahre), Heiratsbücher (älter als 80 Jahre) und ältere Familienregister.

Sonderausstellung historischer Stadtpläne. Im Januar und Februar 2009 wurden im Foyer des Technischen Rathauses historische Stadtpläne präsentiert. Die kleine Ausstellung hat die Tübinger Stadtentwicklung der letzten zweihundert Jahre dokumentiert. Das Stadtarchiv hat die ältesten Exponate kommentiert. Die digitaliserten Pläne mit Beschreibungen stehen auch online zur Verfügung.

Gräber von Euthanasieopfern auf dem Stadtfriedhof. Eine kurze Todesnachricht auf einem unscheinbaren Formvordruck in Postkartengröße, ein Vermerk im Geburtenbuch. Das ist oft alles, was das Schicksal von Behinderten aus Tübingen in der NS-Zeit dokumentiert. Die meisten der Postkarten kamen aus Grafeneck. Wie viele Menschen in der „Euthanasie“-Anstalt auf der Schwäbischen Alb dem Mordprogramm der Nationalsozialisten zum Opfer fielen, lässt sich heute nicht mehr genau belegen. Recherchen des Stadtarchivs haben ergeben, dass sich auf dem Tübinger Stadtfriedhof mindestens fünf Einzelgräber befinden, in denen Euthanasieopfer bestattet sind. 
städtische Pressemitteilung vom 23. November 2007

2007

Eine Oper für Tübingen. In Tübingen gab es einst ein Opernhaus. Es wurde im 18. Jahrhundert mit der Oper „Il cacciatore deluso“ („Der enttäuschte Jäger“) von Niccolò Jommelli eingeweiht. Die handschriftliche Partitur des Singspiels konnte Stadtarchivar Udo Rauch nach umfangreichen Recherchen in einer Lissaboner Bibliothek ausfindig machen. So konnten im Rahmen der Tübinger Kulturnacht 2007 erstmals wieder einzelne Arien aus dem Werk erklingen – 240 Jahre nach seiner Uraufführung.
Flyer zur Tübinger Kulturnacht von 2007