Förderung von sozialem Wohnraum im Bestand

Wer bestehenden Wohnraum in Sozialwohnungen umwandelt, kann von Stadt und Land bis zu 100.000 Euro kassieren. Dazu hat die Universitätsstadt Tübingen ein Förderprogramm aufgelegt. Es ergänzt das bereits bestehende Landesprogramm zur Förderung von Belegungsbindungen.

Das Programm ist für Vermieter unter anderem dann attraktiv, wenn eine Sanierung ansteht. Auch die GWG und andere Wohnbaugesellschaften profitieren von der städtischen Komplementärförderung. Die GWG hat sich im Gegenzug verpflichtet, der Stadt Belegungsrechte einzuräumen. Für private Vermieter gilt das nicht; sie können sich ihre Mieter frei aussuchen, sofern diese einen Wohnberechtigungsschein vorweisen können.

Voraussetzung:

Wer sich als Vermieter verpflichtet, Wohnraum für einen bestimmten Zeitraum zu 33 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete zu vermieten, kann die einmalige Prämie zu Beginn des Mietverhältnisses einstreichen. Dabei gilt: Je länger die künftige Bindung, desto höher die Prämie. Die Miete darf in dem gebundenen Zeitraum immer nur so weit erhöht werden, dass der Abstand zur ortsüblichen Vergleichsmiete gewahrt bleibt.

Die Förderung erfolgt als Einmalzahlung. Die Höhe ist abhängig von der Bindungsdauer:

Bindungsdauer 10 Jahre
Förderung L-Bank: 335 Euro pro Quadratmeter (qm)
Förderung Stadt: 80 Euro pro qm

Bindungsdauer 15 Jahre
Förderung L-Bank: 457 Euro pro qm
Förderung Stadt: 100 Euro pro qm

Bindungsdauer 25 Jahre
Förderung L-Bank: 640 Euro pro qm
Förderung Stadt: 180 Euro pro qm

Bindungsdauer 30 Jahre
Förderung L-Bank: 711 Euro pro qm
Förderung Stadt: 240 Euro pro qm

zulässige Wohnungsgrößen (maximale Abweichung bis 5 Prozent nach oben ist möglich):
Ein- bis Zweizimmerwohnung: bis 45 qm
Zwei- bis Dreizimmerwohnung: bis 60 qm
Drei- bis Vierzimmerwohnung: bis 75 qm
Vier- bis Fünfzimmerwohnung: bis 90 qm

Beispielrechnung: Wenn Sie eine Dreizimmerwohnung mit 77 qm für 25 Jahre vergünstigt vermieten, erhalten Sie einen Zuschuss des Landes in Höhe von 49.280 Euro und von der Stadt zusätzlich 13.860 Euro, zusammen also 63.140 Euro.

Ablauf:

Die Anträge bei der L-Bank für den Landeszuschuss und für den städtischen Zuschuss sollten nach Möglichkeit zeitgleich gestellt werden. Beratung und Hilfe für beide Anträge gibt es bei den städtischen Wohnraumbeauftragten. In Ausnahmefällen kann es zu einer Überkompensierung durch den städtischen Zuschuss kommen. In diesen Fällen behält sich die Stadt eine Kürzung des städtischen Zuschusses vor. Auch hierzu beraten die Wohnraumbeauftragten bei der Antragstellung.

Auswahl der Mieter
40 bis 45 Prozent der Tübinger Haushalte haben Anspruch auf eine Sozialwohnung. Dazu gehören viele Familien mit durchschnittlichem Einkommen, die aufgrund der hohen Mieten in Tübingen einen Wohnberechtigungsschein beantragen können. Vermieter können ihre Mieter aus diesem Personenkreis auf dem Wohnungsmarkt frei wählen. Alternativ können die Vermieter der Stadt Belegungsrechte einräumen. Die Entscheidung für den einen oder anderen Weg liegt beim Vermieter.

Formulare und Merkblätter:

Zuständig: