Japanisch-finnisches Duo gewinnt den 2. Josephine-Lang-Wettbewerb
Pressemitteilung vom 15.03.2026
Am Samstag, 14. März 2026, dem 211. Geburtstag der Komponistin, ging mit einem packenden Finalkonzert der 2. Josephine-Lang-Wettbewerb zu Ende. Gewonnen hat das japanisch-finnische Duo Maine Takeda und Anu Rautakoski. Sie gewannen außerdem den Sonderpreis des Tübinger Konzertpublikums. Sechs Lied-Duos (Gesang und Klavier) hatten nach mehreren vorangegangenen Wettbewerbsrunden das Finale erreicht. Vier von ihnen wurden am Ende mit Preisen und Konzerteinladungen im Gesamtwert von 25.000 Euro ausgezeichnet.
Schon seit Mittwoch fanden die drei öffentlichen Wettbewerbsrunden statt und erfreuten sich lebhaften Publikumsinteresses. Das Publikum und die Haupt-Jury unter Vorsitz der Sängerin Sibylla Rubens konnten insgesamt 175 Lieder hören. Ebenso die Sonderjury des Vereins musica femina münchen, die eigens für den Wettbewerb aus München, der Geburtsstadt Josephine Langs angereist war. Das Publikum des Finalkonzertes wählte zudem den „Sonderpreis des Tübinger Konzertpublikums“, der von der Universität Tübingen zur Verfügung gestellt wird und mit einer Einladung der Preisträger_innen in das Konzertprogramm der Zehntscheuer Rottenburg verbunden ist.
Kulturamtsleiterin Dagmar Waizenegger moderierte den Abend und bedankte sich noch einmal herzlich bei den Sponsor_innen und Spender_innen, den Mitarbeiter_innen der Stadtverwaltung bis hin zu den vielen Ehrenamtlichen, die die Durchführung des organisatorisch komplexen Wettbewerbs tatkräftig unterstützten und dadurch überhaupt erst ermöglichten. Zu den Unterstützer_innen und Kooperationspartner_innen des Wettbewerbs zählten die Kreissparkasse Tübingen, die Wüstenrot Stiftung, Ritter Sport, die Eberhard-Karls-Universität Tübingen, die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, der Verein musica femina münchen e.V. sowie als private Spender_innen Dr. Elke Roßkamp (geb. Knapp) und Dr. Ulrich Köstlin, ein Verwandter von Josephine Lang.
Die Preisträger_innen des 2. Josephine-Lang-Wettbewerbs sind:
- 1. Preis: Maine Takeda/Anu Rautakoski
- 2. Preis: Jan-Henrik Witkowski/Doriana Tchakarova
- 3. Preis: Lisa-Marie Lebitschnig/Amelie Warner und Xiaoyu Dou/Xiaoran Chu (dieser Preis wurde geteilt)
- Sonderpreis von musica femina München: Jan-Henrik Witkowski/Doriana Tchakarova
- Sonderpreis des Tübinger Konzertpublikums: Maine Takeda/Anu Rautakoski
- Nachwuchspreis: Luzia Ostermann und Elzė Fedorcovaitė (Halbfinalistinnen)
Die japanische Sopranistin Maine Takeda absolvierte ihren Bachelor in Gesang und ihren Master Oper an der Universität der Künste Tokio (Geidai). Von 2020 bis 2025 setzte sie ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik Karlsruhe in den Studiengängen Master Gesang und Solistenexamen fort, die sie beide mit Auszeichnung abschloss. Im Jahr 2021 gewann sie den 1. Preis beim Rainer-Koch-Gedächtniswettbewerb für die beste Interpretation eines Werkes von Wolfgang Rihm. 2024 folgten der 2. Preis beim Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Hochschulwettbewerb in Berlin sowie beim 93. Music Competition of Japan der 1. Preis in der Liedkategorie, zusammen mit dem INPEX-Preis, dem Hatanaka-Preis und dem E. Nakamichi-Preis.
Die finnische Pianistin Anu Rautakoski studierte in der Liedklasse von Prof. Hartmut Höll und Prof. Dr. h.c. Mitsuko Shirai an der Hochschule für Musik Karlsruhe und schloss dort ihr Studium Solistenexamen ab. Vor der Spezialisierung in Liedgestaltung studierte Rautakoski in Masterstudiengängen in Karlsruhe und parallel an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Rautakoski tritt sowohl als Liedpianistin als auch in unterschiedlichen musikalischen Formationen auf, unter anderem in ihrer Zusammenarbeit mit Komponist_innen und in den improvisatorisch begleiteten Stummfilmabenden, die sie regelmäßig spielt. In der Studienzeit war sie Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbands Karlsruhe.
Der vom städtischen Kulturamt veranstaltete Josephine-Lang-Wettbewerb für Lied-Duo wurde 2023 im Rahmen des Tübinger Komponistinnenfests zum ersten Mal durchgeführt. Er konzentriert sich auf Lieder von Komponistinnen, deren Werke trotz höchster Qualitäten im klassischen Konzertbetrieb nach wie vor unterrepräsentiert sind. Gewidmet ist der Wettbewerb der Komponistin Josephine Lang. Sie wurde 1815 geboren und kam 1842 nach ihrer Heirat mit dem Dichter und Juristen Christian Reinhold Köstlin nach Tübingen, wo sie bis zu ihrem Tode 1880 lebte. Zeit ihres Lebens komponierte sie über 300 Kunstlieder für Gesangsstimme mit Klavierbegleitung, rund die Hälfte davon ist bis heute ungedruckt und nur in Archiven verfügbar. Der Wettbewerb soll Musiker_innen und Publikum zur intensiven Beschäftigung mit dem Werk von Josephine Lang und anderen Komponistinnen anregen. Der 3. Josephine-Lang-Wettbewerb soll im Frühjahr 2028 stattfinden. Die Ausschreibung wird 2027 veröffentlicht.
Weitere ausführliche Informationen über Josephine Lang, den Wettbewerb 2026 und seine teilnehmenden Musiker_innen sind auf der städtischen Internetseite unter www.tuebingen.de/liedwettbewerb zu finden.