Präventionsprogramm „Starke-Kinder-Kisten“ in städtischen Kitas
Pressemitteilung vom 18.03.2026
Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen, ist ein wichtiger Auftrag der Frühpädagogik und Teil
der Schutzkonzeption in städtischen Kindertageseinrichtungen. Um die pädagogischen Fachkräfte
vor Ort in ihrer Vermittlung des Themas zu unterstützen, gibt es ab sofort sogenannte „Starke-Kinder-Kisten“. Dank eines großzügigen Nachlasses konnten fünf dieser Kisten für die städtischen Kindertageseinrichtungen angeschafft werden. Die Kisten sind ein Projekt der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel und Gretel. Deutschlandweit sind rund 642 Kisten im Einsatz.
„Mädchen und Jungen sind gleichermaßen und schon im jungen Alter von sexuellem Missbrauch betroffen und es ist wichtig, dass wir das Risiko, Opfer zu werden, minimieren, indem wir Kinder so früh wie möglich stark machen. Um unsere pädagogischen Fachkräfte zu unterstützen, geben wir ihnen mit den ‚Starken-Kinder-Kisten‘ Materialien und Fachliteratur an die Hand, vor allem aber schulen wir sie umfassend, damit die Materialien auch zielgerichtet eingesetzt werden können. Wir sind sehr dankbar, dass wir dank einer Erbschaft die Anschaffung der Kisten und die Fortbildungen finanzieren können“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel.
Die Kisten enthalten Materialien wie Körpertafeln, auf denen die Kinder mit roten und grünen Magneten visualisieren können, wo Berührungen ok sind und wo nicht. So werden die Kinder spielerisch mit ihren eigenen körperlichen Grenzen vertraut gemacht und lernen, ihre Gefühle einzuschätzen und auch mitzuteilen. „Der Kuss der Oma ist ein gutes Beispiel für eine mögliche Grenzüberschreitung, bei der Kinder aktiv sagen dürfen, dass sie das nicht wollen. In der Kiste gibt es dazu extra eine Stopp-Kelle, mit der sie lernen, nein zu sagen und dass dieses Nein absolut ok ist“, erklärt Susanne Keefer, stellvertretende Leitung der Fachabteilung Kindertagesbetreuung. Neben Kinderbüchern, einer Handpuppe und einem Gefühle-Herz aus Plüsch enthalten die Kisten Bilderbücher, Fachliteratur und Schulungsmaterial.
Die fünf Kisten haben ihren festen Platz in unterschiedlichen Kindertageseinrichtungen, die diese dann an die anderen Einrichtungen verleihen. Damit eine Einrichtung professionell mit der Kiste arbeiten kann, soll sich mindestens eine pädagogische Fachkraft aus der Einrichtung schulen lassen. Die Schulungen übernimmt der Verein tima e.V. Zur Einführung in die Arbeit mit den Materialien gibt es insgesamt fünf dreistündige Schulungen. „Die Fortbildungen sind sehr gut besucht, denn die pädagogischen Fachkräfte erhalten neue Impulse, wie man dieses Thema, das es leider schon lange gibt, den Kindern vermitteln kann. Gerade im Bereich der frühkindlichen Bildung ist es enorm wichtig, sich weiterzubilden, um immer wieder für dieses Thema sensibilisiert zu werden, neue Materialien kennenzulernen und gegebenenfalls neue Forschungsergebnisse in die Arbeit einbeziehen zu können“, sagt Bettina Mohr, Leiterin der Fachabteilung Kindertagesbetreuung.