Stadtmuseum Tübingen für Longlist des Programms „Wirkt!“ ausgewählt
Pressemitteilung vom 14.08.2026
Das Stadtmuseum Tübingen gehört zu den Einrichtungen, die das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg für die Longlist des Programms „Wirkt! Kultur in Gesellschaft“ ausgewählt hat. Das Programm macht vorbildliche Kulturarbeit sichtbar, die kulturelle Teilhabe, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie stärkt.
„Die Aufnahme in die Longlist bestätigt unseren Ansatz, Stadtgeschichte nicht nur zu erzählen, sondern unterschiedliche Perspektiven unmittelbar erfahrbar zu machen. Uns ist wichtig, dass die Besuchenden miteinander ins Gespräch kommen, eigene Positionen hinterfragen und Bezüge zu ihrer heutigen Lebenswelt herstellen“, sagt Wiebke Ratzeburg, die Leiterin des Stadtmuseums Tübingen.
Das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg hatte das Programm „Wirkt!“ Anfang 2026 ausgeschrieben. Aus fast 100 Einreichungen wählte eine Fachjury 67 Beispiele für die Longlist aus. Diese werden im Sommer und Herbst 2026 im Rahmen einer Sichtbarkeitskampagne unter anderem in den sozialen Medien vorgestellt. Das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg wurde 2021 gegründet und ist dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zugeordnet.
Das Stadtmuseum hatte sich mit seiner neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, die nach und nach entsteht, für das Programm „Wirkt!“ beworben. Die Ausstellung vermittelt Tübinger Stadtgeschichte interaktiv und spielerisch. Sie soll Besucherinnen und Besucher dazu anregen, unterschiedliche Perspektiven auf den Nationalsozialismus und die Kolonialgeschichte kennenzulernen sowie Bezüge zur eigenen Gegenwart herzustellen.
„Ein wesentliches Merkmal unserer neuen Dauerausstellung ist die Kombination verschiedener Vermittlungsformen“, erläutert Wiebke Ratzeburg. „Hier setzen wir unter anderem Ton- und Videoaufnahmen, interaktive Objekte, berührungsempfindliche Bildschirme und ein sogenanntes Serious Game (ernsthaftes Spiel) ein.“ Auf lange erklärende Texte verzichtet die Ausstellung weitgehend. Stattdessen sollen die Besuchenden historische Zusammenhänge selbst entdecken und sich aktiv damit auseinandersetzen.
Ein Beispiel dafür ist der „Room of Memories“ (Raum der Erinnerungen): Kleine Gruppen betreten einen Raum, in dem sie Gegenstände untersuchen und Aufgaben lösen. Dabei müssen sie sich austauschen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Inhaltlich beschäftigt sich der Raum mit der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Wie hätte ich mich verhalten?“
Der Ausstellungsbereich „Tübingen Global“ befasst sich mit der kolonialen und nachkolonialen Geschichte der Stadt. Originale Gegenstände werden durch Ton- und Videobotschaften ergänzt, die unterschiedliche Perspektiven einbringen. Dadurch werden die Verbindungen Tübingens mit Ländern und Gesellschaften des Globalen Südens sichtbar.
www.kulturelle-teilhabe-bw.de/wirkt-longlist
www.stadtmuseum-tuebingen.de