Tübinger Delegation reist zum Fachaustausch gegen Gewalt an Frauen nach Perugia
Pressemitteilung vom 28.08.2026
Eine Delegation aus Tübingen reist am Mittwoch, 2. September 2026, für drei Tage in die italienische Partnerstadt Perugia. Im Mittelpunkt des Besuchs steht der fachliche Austausch über Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und über Unterstützungsangebote für betroffene Frauen. Zur Tübinger Delegation gehören Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel, die städtische Gleichstellungsbeauftragte Mihriban Şahin, Silvia Fiore vom Verein „Frauen helfen Frauen“ sowie Carmen Steffan, die früher bei der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Reutlingen tätig war und jetzt bei der Kriminalpolizeidirektion Esslingen im Projekt „Gleichstellung“ arbeitet.
Anlass für den Fachaustausch ist das Projekt „Rote Bank“: In Perugia steht bereits seit 2016 eine rot lackierte Sitzbank, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Die Signalfarbe erinnert an das vergossene Blut der Opfer häuslicher Gewalt. Seit 2024 gibt es nach diesem Vorbild auch in Tübingen eine „Rote Bank“ auf dem Platz vor der Kulturhalle. Die Tübinger „Rote Bank“ geht auf eine Initiative des Vereins „Frauen helfen Frauen“ und des Referats für Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Reutlingen zurück. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Stadtverwaltung umgesetzt.
„Vom Fachaustausch mit Perugia versprechen wir uns wichtige Impulse, um unserer kommunalen Verantwortung für effektiven Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt in Tübingen noch besser gerecht zu werden“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. „Die Rote Bank in Perugia und in Tübingen macht sichtbar, dass Gewalt gegen Frauen keine private Angelegenheit ist, sondern unsere Stadtgesellschaft als Ganzes betrifft. Mein Dank gilt allen, die sich in beiden Städten in der Beratung und bei der Prävention engagieren und das Leid, das Frauen tagtäglich widerfährt, im öffentlichen Bewusstsein halten.“ Mihriban Şahin ergänzt: „Solange Frauen nicht frei von Gewalt und Angst leben können, ist Gleichstellung nicht erreicht. Der Schutz vor geschlechtsbezogener Gewalt ist deshalb ein zentraler Schwerpunkt des Tübinger Aktionsplans Gleichstellung.“
Bürgermeisterin Vittoria Ferdinandi, die im Juni 2024 als unabhängige Kandidatin des Mitte-Links-Lagers und als erste Frau in der Geschichte der Stadt Perugia an die Stadtspitze gewählt wurde, begrüßt die Gäste im Rathaus. Es ist der erste offizielle Besuch einer Delegation aus Tübingen, seit sie im Amt ist. Herzstück des Austauschs ist ein Fachgespräch mit zwei Expertinnen: Dr. Costanza Spera ist Stadträtin für Soziales und Chancengleichheit und unter anderem für die Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheit sowie die Förderung von Maßnahmen zur Unterstützung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt zuständig. Die Rechtsanwältin Maurita Lombardi ist Präsidentin des Vereins „Liberamente Donna“, der sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einsetzt. Gemeinsam beraten die Beteiligten über Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und tauschen sich zu ihren Erfahrungen aus der kommunalen Arbeit aus.