Städtische Ehrungen für Micha Schöller und Serge Le Goff
Pressemitteilung vom 16.01.2026
Beim städtischen Neujahrsempfang hält Oberbürgermeister Boris Palmer die Neujahrsrede und überreicht zwei Ehrungen: die Hölderlin-Plakette an die Frauenrechtsaktivistin Micha Schöller und die Uhland-Plakette an den Künstler Serge Le Goff. Der Gitarrist Christoph Neuhaus und der Bassist Florian Dohrmann umrahmen den Empfang musikalisch. Zum Ausklang gibt es Getränke und Brezeln in der Wandelhalle vor dem Festsaal. Die Neujahrsrede von OB Palmer ist ab Samstag unter www.tuebingen.de/neujahrsempfang abrufbar.
Micha Schöller ist eine langjährige und herausragende Kämpferin für die Rechte von Frauen und für die Unterstützung von Frauen, die Gewalt erfahren haben. Die Diplom-Sozialpädagogin ist seit 1993 beim Verein „Frauen helfen Frauen“ tätig. Sie hat viele wegweisende Projekte zur Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebenssituationen ins Leben gerufen und maßgeblich weiterentwickelt. Besonders bemerkenswert sind unter anderem ihre langjährige Arbeit im Bereich der Inklusion und Stärkung von Frauen mit Behinderungen sowie ihr Engagement für geflüchtete Frauen. Micha Schöller ist eine zentrale Figur im Bereich der Gewaltprävention und der Unterstützung Betroffener. Ihr Wirken hat nicht nur die konkrete Hilfe für unzählige Frauen in Tübingen verändert, sondern auch das öffentliche Bewusstsein in Bezug auf Gewalt gegen Frauen maßgeblich geprägt.
Der aus Paris stammende Künstler Serge Le Goff kam vor über 50 Jahren nach Tübingen, als er mitten im Studium der französischen Literaturwissenschaft zum Militär einberufen wurde und in der Garnison in Tübingen landete. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst blieb er in seiner Wahlheimat und arbeitete viel mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, entwickelte aber auch individuelle Ausdrucksformen: unübersehbare, vergängliche, herausfordernde, provokative Aktionen, witzig, oft absurd, auch mal bitterböse, aber immer künstlerisch innovativ. Bekannt geworden ist Le Goff vor allem mit Lichtinstallationen, fluoreszierenden Farben und grellen Kunststoffen. Sie prägen die Tübinger Gegenwartskultur der vergangenen Jahrzehnte ebenso wie Le Goffs Talent, mit seiner Kunst Menschen zusammenzubringen.
Mit der Hölderlin-Plakette zeichnet die Universitätsstadt Tübingen Persönlichkeiten aus, die sich über einen langen Zeitraum für die Stadt und ihre Einwohner_innen herausragend engagiert haben. Über die Verleihung entscheidet der Gemeinderat. Insgesamt sollen nicht mehr als 25 lebende Personen die Hölderlin-Plakette tragen.
Mit der Uhland-Plakette zeichnet der Oberbürgermeister Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise für Tübingen und seine Einwohnerinnen und Einwohner engagiert oder herausragende Einzelleistungen mit Bezug zur Stadt vollbracht haben. Insgesamt sollen nicht mehr als 50 lebende Personen die Uhland-Plakette tragen.