„Tübinger Ding“ im Stadtmuseum: Strahlungsmessgerät erinnert an Tschernobyl
Pressemitteilung vom 22.04.2026
Im Rahmen seiner Reihe „Tübinger Ding“ präsentiert das Stadtmuseum Tübingen regelmäßig besondere Objekte aus der Sammlung im Schaufenster. Aktuell steht das Strahlungsmessgerät „Series 900 Mini-Monitor“ aus der Physikalischen Sammlung der Universität Tübingen im Fokus.
Das Gerät wurde seit den 1980er Jahren zur Messung von Alpha-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung eingesetzt und fand Anwendung in Laboren, Krankenhäusern sowie in der Industrie. Es veranschaulicht die technische Entwicklung im Bereich der Strahlenmessung und deren Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft auf eindrucksvolle Weise.
Am 26. April 2026 jährt sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zum vierzigsten Mal. Die Auswirkungen dieses Ereignisses waren damals auch im rund 1.500 Kilometer entfernten Tübingen deutlich spürbar. So galt regional angebautes Freilandgemüse infolge radioaktiv belasteter Niederschläge zeitweise als potenziell gesundheitsgefährdend.
Ein wesentlicher Faktor der Kontamination war das radioaktive Isotop Cäsium-137 mit einer Halbwertszeit von etwa 30 Jahren. Es ist bis heute in Böden, Pilzen und Wildtieren, insbesondere in Süddeutschland, nachweisbar – mit Geräten wie dem „Series 900 Mini-Monitor“.
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