Auszeichnung für OB Boris Palmer durch die Stadt Krementschuk
Pressemitteilung vom 27.04.2026
Eine außergewöhnliche Auszeichnung wurde Oberbürgermeister Boris Palmer zuteil: Der Stadtrat von Tübingens Solidaritätspartnerstadt Krementschuk in der Ukraine verlieh ihm auf Vorschlag von Bürgermeister Vitalii Maletskyi in einem einstimmigen Votum das „Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Stadt Krementschuk“. Die Auszeichnung ist mit der Verleihung der Hölderlin-Plakette zu vergleichen.
Die Umstände der Verleihung waren ungewöhnlich: Aufgrund des russischen Angriffskrieges sind bislang persönliche Besuche einer Delegation aus Tübingen in Krementschuk nicht möglich. Die Verleihung fand daher im Rahmen einer Sitzung des Krementschuker Stadtrats statt, zur der sich Oberbürgermeister Palmer online dazu schaltete. Vor dem Votum wurde ein kurzer Videofilm präsentiert, der über die bisherigen humanitären Kontakte berichtete.
OB Palmer äußerte sich berührt von dieser Auszeichnung und sprach die Umstände in Tübingen und Krementschuk an: „Wir schauen arglos in den blauen Himmel, Sie müssen dort jederzeit auf eine tödliche Bedrohung gefasst sein.“ Er versicherte seinem Amtskollegen und den Mitgliedern des Stadtrats, dass Tübingen den Menschen in Krementschuk auch weiterhin solidarisch zur Seite stehen und zivile Unterstützung zur Verfügung stellen will. Angesichts einer durch Trumps und Putins „Macho-Kriegskultur“ in Unordnung geratenen Welt sei es umso wichtiger, dass die Menschen in Europa zusammenstehen und weiterhin die Werte der Menschlichkeit vertreten – für die jetzigen wie für die nachfolgenden Generationen.
Bürgermeister Maletskyi dankte seinem Tübinger Amtskollegen für die vielfältige Unterstützung und die Kontakte, die sich seit 2024 im Rahmen der Solidaritätspartnerschaft entwickelt haben. Sie seien ein „Ausdruck von Solidarität und Freundschaft, die ein Beispiel echter europäischer Einheit geworden sind. Wir sprechen,“ so Maletskyi weiter, „dem Oberbürgermeister Boris Palmer sowie der Gemeinde Tübingen unseren aufrichtigen Dank aus – für Hilfe, Solidarität und Partnerschaft, die unsere Städte und Gemeinden stärken.“
Die Stadt Krementschuk, so sagte der Bürgermeister zum Abschluss, warte auf einen persönlichen Besuch aus Tübingen und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Dann könne auch die Auszeichnung persönlich übergeben werden. Oberbürgermeister Palmer nahm dies ebenfalls auf: „Ich hoffe, dass wir bald zum Aufbau von Krementschuk beitragen können und nicht zur Beseitigung von Kriegsschäden, und dass wir uns möglichst bald auch persönlich in Krementschuk begegnen können.“ Tübingen könne von Krementschuk auch einiges lernen: Die Abstimmung über den Antrag des Bürgermeisters erfolgte in wenigen Sekunden auf elektronische Weise.