Startchancenprogramm an der Hügelschule: Umbau für bessere Lernbedingungen
Pressemitteilung vom 12.06.2026
Die Grundschule Hügelschule nimmt seit dem Schuljahr 2025/2026 als Startchancenschule am Startchancenprogramm des Landes Baden-Württemberg teil. Um die Ziele des Programms zu unterstützen, plant die Universitätsstadt Tübingen bauliche Anpassungen an der Schule.
Das Startchancenprogramm richtet sich insbesondere an Schulen mit einem hohen Anteil wirtschaftlich benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Es soll Lernbedingungen verbessern, Kinder ganzheitlich fördern, die Unterrichtsqualität stärken und die Schulentwicklung voranbringen. Zentrales Ziel ist, bis zum Ende der Programmlaufzeit die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Startchancenschulen, die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen, zu halbieren.
„Die Teilnahme der Hügelschule am Startchancenprogramm ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und zeigt, wie bedeutsam verlässliche Förderung, gute Lernbedingungen und multiprofessionelle Zusammenarbeit für den Bildungserfolg von Kindern sind“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. „Mit der Gesamtkonzeption als Startchancenschule stärken wir nicht nur Räume und Ausstattung, sondern vor allem die Möglichkeiten der Schule, Kinder ganzheitlich zu unterstützen, ihre Potenziale sichtbar zu machen und Teilhabe von Anfang an zu fördern.“
Das Programm umfasst drei Säulen: eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung, ein Chancenbudget für Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Stärkung multiprofessioneller Teams. Die Grundschule Hügelschule hat die Umsetzung in einer Projektgruppe mit Vertretungen der Schulleitung, der Schulkindbetreuung, des sozialpädagogischen Bereichs, der Eltern sowie des Staatlichen Schulamtes erarbeitet. Für die erste Säule hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Schule Vorschläge zur räumlichen und ausstattungsbezogenen Weiterentwicklung entwickelt.
Die Grundschule Hügelschule besteht aus drei Gebäudeteilen und einer Einfeldsporthalle. Das Gebäudeensemble wurde 1964 errichtet und steht einschließlich einzelner Einbauten unter Denkmalschutz. Im Rahmen des neuen Raumkonzepts soll die bestehende Raum- und Nutzungsstruktur neu organisiert werden. Für die Klassenstufen 1 und 2 sowie 3 und 4 sollen die Klassenzimmer neu zugeordnet, moderne Lernbereiche und Gruppenräume geschaffen werden. Geplant ist unter anderem, die Mitarbeiterbereiche für Lehrpersonal, Schulkindbetreuung, Verwaltung und Schulsozialarbeit zusammenzuführen und zusätzliche Besprechungsräume auch für Elternarbeit zu schaffen. Flurbereiche sollen künftig stärker als Lern- und Arbeitsbereiche genutzt und mit Einbaumöbeln unter anderem für Lernarbeitsplätze und Bereiche der Schulbücherei ausgestattet werden.
Im zweiten Bauabschnitt ist vorgesehen, die Mensaräume weiterhin zu nutzen und zusätzlich multifunktional auszustatten. Ein Aufzug stellt sicher, dass das Gebäude künftig barrierefrei zugänglich ist. Im Pavillon soll ein multifunktionaler Raum entstehen, der bei Bedarf teilbar ist und mit einer Teeküche sowie einem barrierefreien WC ausgestattet wird. Die Räume sollen dadurch auch unabhängig vom Schulbetrieb zum Beispiel für Beratungsangebote für Familien oder Informationsveranstaltungen nutzbar sein.
Die Bauarbeiten werden in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Während der Umsetzung müssen einzelne Räume und Nutzungen zeitweise in andere Bereiche verlegt werden, damit der Schulbetrieb weiterlaufen kann.
Für Maßnahmen der ersten Säule erhält die Universitätsstadt Tübingen Investitionskostenzuschüsse in Höhe von 664.838 Euro. Der Eigenanteil des Schulträgers beträgt 30 Prozent und damit 284.930 Euro.
Ein wesentlicher Teil des Schulentwicklungsprozesses, der in den Bereich Chancenbudget für Schul- und Unterrichtsentwicklung (Säule zwei) fällt, ist die Einrichtung eines Familiengrundschulzentrums. Mit ihm will die Grundschule Hügelschule die Zusammenarbeit mit Eltern dauerhaft stärken und Eltern konsequent als Erziehungspartner einbeziehen. Ziel ist es, Familien so zu unterstützen, dass sie die Bildung ihrer Kinder aktiv mitgestalten können und soziale Benachteiligungen weniger stark auf den schulischen Erfolg wirken.
Das Familiengrundschulzentrum entsteht im Pavillon der Schule und dient als niedrigschwelliger Ort im Quartier. Vorgesehen sind Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten sowie Angebote und Informationsveranstaltungen zu Themen, die für Eltern wichtig sind. Dabei sollen pädagogische Fachkräfte und lokale Einrichtungen eingebunden werden. Das Zentrum soll außerdem helfen, Kontakte zu Beratungs- und Unterstützungssystemen leichter anzubahnen, Berührungsängste gegenüber der Schule abzubauen und die Vernetzung zwischen Schule und Einrichtungen in der Südstadt auszubauen.
Für die zweite Säule erhält die Schule im Schuljahr 2025/2026 abhängig von der Schülerzahl 24.266 Euro, für die dritte Säule 59.453 Euro. Die Gelder passen sich jedes Schuljahr an.