Neue Ausstellung „Schreiben für die Seele – von Hölderlin bis heute“ im Museum Hölderlinturm
Pressemitteilung vom 11.09.2026
Schreiben kann dabei helfen, Gedanken zu ordnen und Gefühle zu verarbeiten. Es ist eine Form künstlerischer Kreativität und kann zugleich unterstützen, Krisen zu bewältigen und neue Perspektiven zu entwickeln. Die neue Sonderausstellung „Schreiben für die Seele – von Hölderlin bis heute“ im Museum Hölderlinturm lädt ab sofort dazu ein, die vielfältige Verbindung von Schreiben und psychischer Gesundheit zu entdecken.
„Spätestens seit der Corona-Pandemie hat das Thema psychische Gesundheit auch gesellschaftlich und kulturell einen neuen Stellenwert bekommen. Als Bürgermeisterin für Kultur und Soziales freut es mich ganz besonders, dass diese Ausstellung beide Bereiche verbindet und Kultur als wichtigen Teil unseres sozialen Zusammenlebens begreift“, sagt Dr. Gundula Schäfer-Vogel.
Ausgehend von Friedrich Hölderlins Texten aus seiner Zeit im Tübinger Turm geht die Ausstellung der Frage nach, welche Rolle Schreiben in schwierigen Lebenssituationen spielen kann. Dabei beleuchtet sie aus literarischer, therapeutischer und wissenschaftlicher Perspektive das Verhältnis von Schreiben, Krisenerfahrung und Selbstreflexion. „Zugleich zeigt die Ausstellung, wie sich die Vorstellungen vom Schreiben verändert haben: Während es zu Hölderlins Zeit mitunter als gesundheitliches Risiko galt, wird es heute vielfach als Ressource für Resilienz verstanden“, erläutert die Ausstellungskuratorin Sabrina Rosalie Rösch.
Besucher_innen können unterschiedlichen Formen des Schreibens begegnen: von Hölderlins Turmgedichten über autobiografische Texte und Beispiele aus der Gegenwartsliteratur bis hin zur Insta-Poetry in den sozialen Medien. Interviews mit Autor_innen, Therapeut_innen Wissenschaftler_innen und Menschen mit eigenen Krisenerfahrungen eröffnen verschiedene Perspektiven auf die Möglichkeiten und Grenzen des Schreibens.
Eine Medienstation stellt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse dazu vor, wie Schreiben unser Denken und Fühlen beeinflusst. Am Ende des Rundgangs laden Schreibanregungen und eine Schreibwand dazu ein, selbst aktiv zu werden. In der Schreibwerkstatt im zweiten Turmzimmer können Besucher_innen sich selbst im Schreiben ausprobieren, Tübinger Schreibprojekte entdecken und eigene Gedanken mit anderen teilen.
Das Museum Hölderlinturm ist donnerstags bis montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Begleitend zur Ausstellung findet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Lesungen, Workshops und Gesprächsformaten statt. Die Sonderausstellung wurde gefördert durch die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (Deutsches Literaturarchiv Marbach) aus Landesmitteln, durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Hölderlin-Gesellschaft e.V.