Ukrainehilfe: Bürgermeisterin Dr. Schäfer-Vogel im Austausch mit der Bundesentwicklungsministerin
Pressemitteilung vom 12.10.2026
Der Krieg in der Ukraine dauert schon vier Jahre. Vier Jahre, in denen das Leben der Ukrainer_innen geprägt ist von Gewalt. Seit 2023 unterstützt Tübingen das ukrainische Krementschuk in Form einer Solidaritätspartnerschaft. Am vergangenen Dienstag wurde die Stadt in der Zentralukraine so schlimm wie noch nie seit der bestehenden Partnerschaft angegriffen. Es gibt große Schäden an Wohnhäusern, viele Verletzte und zwei Tote.
Parallel fand vergangene Woche in Berlin die deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaftskonferenz statt. Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel und Krementschuks Bürgermeister Vitalii Maletskyi waren vor Ort. Tübingen wurde ausgewählt, die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan vorzustellen.
„Es ist schwer auszuhalten, dass wir hier in Berlin in Frieden über konkrete Unterstützungsangebote und eine verlässliche Zusammenarbeit sprechen können, während Menschen in unserer Partnerstadt Krementschuk erneut unmittelbar von der brutalen Gewalt des Krieges getroffen werden“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. „Die Nachricht über Verletzte und Tote entsetzt mich zutiefst. Dieser Angriff macht uns unmissverständlich klar, wie unverzichtbar unsere Solidarität ist. Wir stehen an der Seite der Menschen in Krementschuk und unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird. Ich danke allen, die mit Engagement und Menschlichkeit diese Partnerschaft mit Leben füllen.“
Die partnerschaftlichen Kontakte zu Krementschuk wurden auf Beschluss des Gemeinderats 2023 aufgebaut. Bereits zuvor gab es über viele Jahre kulturelle und persönliche Kontakte zwischen beiden Städten. Im Mai 2024 unterzeichneten Tübingen und Krementschuk die Partnerschaftsurkunde und vereinbarten ein gemeinsames Arbeitsprogramm.
Seitdem sind zahlreiche konkrete Projekte entstanden. Über Förderprogramme konnten unter anderem Solartechnik mit Batteriespeicher für ein Kinderkrankenhaus, Fahrzeuge und Geräte für kommunale Aufgaben sowie ein Kleinbus für Menschen mit Beeinträchtigungen nach Krementschuk gebracht werden. Hinzu kamen ein Feuerwehrfahrzeug, ein großer Stromgenerator, mobile Akkus für Schutzräume sowie Möbel aus Tübinger Einrichtungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Katastrophenschutz: Mit Förderung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt wird derzeit ein Warnsystem für die Bevölkerung mit Leitstellen und Warnstationen aufgebaut.
Neben der materiellen Hilfe spielt der Austausch in verschiedensten Bereichen zwischen beiden Städten eine wichtige Rolle. Studierende aus Krementschuk nehmen an der Tübinger Sommeruniversität teil, zudem wird die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen ausgebaut. Auch in Kultur und Zivilgesellschaft gibt es gemeinsame Projekte und Begegnungen. So waren Künstlerinnen aus Krementschuk bei der Tübinger Kulturnacht zu Gast.
„Die Solidaritätspartnerschaft mit Krementschuk ist ein gegenseitiger Austausch. Auch wir in Tübingen lernen von den Erfahrungen Krementschuks etwa bei der Krisenbewältigung und bei digitalen Verwaltungsverfahren“, sagt Bürgermeisterin Dr. Schäfer-Vogel.
Im Rahmen der deutsch-ukrainischen kommunalen Partnerschaftskonferenz wurde außerdem ein Kleinbus für Menschen mit Einschränkungen übergeben. Das Fahrzeug steht beispielhaft für zahlreiche konkrete Projekte von Städten und Gemeinden, die sich in der Ukrainehilfe engagieren.
Die deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaftskonferenz bringt Vertreterinnen und Vertreter deutscher und ukrainischer Kommunen zusammen. Sie dient dem Austausch über bestehende Partnerschaften, konkrete Unterstützungsprojekte und den weiteren Ausbau der kommunalen Zusammenarbeit. Sie wird von der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisiert und findet einmal im Jahr in Berlin statt.