Kennen Sie Tübingen? Rundgang über Migrationsgeschichten am 24. August
Pressemitteilung vom 17.08.2026
Die vierte Führung der Reihe „Kennen Sie Tübingen?“ befasst sich mit der Geschichte der sogenannten „Gastarbeiter“ in Tübingen. Marina Chernykh begibt sich auf die Spuren der Arbeitsmigration und zeigt, wie sie das Leben in der Universitätsstadt mitgeprägt hat. Die Führung findet statt
am Montag, 24. August 2026, 17 Uhr,
Treffpunkt: Aussichtsplattform am Schulberg 14.
Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ab 1955 warb die Bundesrepublik gezielt Arbeitskräfte aus dem Ausland an, um den steigenden Bedarf der westdeutschen Wirtschaft zu decken. Auch in Tübingen arbeiteten zahlreiche Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern in großen Betrieben wie Egeria und Walter, an den Universitätskliniken oder bei der Stadtverwaltung. Viele blieben dauerhaft und gestalteten mit ihren Familien das gesellschaftliche Leben in der Stadt mit.
Der Rundgang nimmt ihre Arbeits- und Lebensgeschichten in den Blick und führt zu Orten der Arbeitsmigration in der Altstadt: zu Arbeitsorten, gesellschaftlichen und religiösen Zentren sowie Orten schulischer Bildung. Dabei geht es um Konflikte und Ausgrenzungserfahrungen, aber auch um soziales Engagement. Sichtbar werden Lebensläufe von Menschen, die Tübingen in Umbruchszeiten mitgestaltet haben – eine Migrationsgeschichte, die Tübingen bis heute prägt.
Marina Chernykh ist Historikerin und Kulturwissenschaftlerin und arbeitet beim Stadtarchiv Tübingen. Am Stadtmuseum betreute sie das „Sammlungsprojekt migrantischer Geschichte in Tübingen“. Auch Zeitzeug_innen berichten von ihren Erfahrungen als „Gastarbeiter“.
Seit über 40 Jahren bieten Ortskundige, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie prominente Bürgerinnen und Bürger die sommerlichen Stadtführungen „Kennen Sie Tübingen?“ an. Bis
zum 7. September können Einheimische und Gäste montags an den kostenlosen Rundgängen teilnehmen. Das Programm ist beim Fachbereich Kunst und Kultur, an vielen öffentlichen Stellen sowie
im Internet erhältlich.