Städtische Bodenpolitik
Tübingen zählt zu den attraktivsten Städten Süddeutschlands. Die malerische Altstadt, die bedeutende Universität, eine starke Wirtschaft, vielfältige kulturelle Angebote und angrenzende schöne Landschaftsräume machen die Stadt für viele Menschen lebenswert und zunehmend begehrt. Die Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen ist sehr hoch, was zu hohen Mietkosten führt. Die Universitätsstadt Tübingen begegnet diesen Herausforderungen mit einer vorausschauenden, sozial ausgewogenen und ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklungsstrategie.
Ein zentrales Prinzip der Tübinger Entwicklungsstrategie ist die aktive Bodenpolitik nach dem sogenannten „Tübinger Modell“. Seit den 1990er-Jahren verfolgt die Stadtverwaltung das vorrangige Ziel, neue Quartiere nach städtischem Zwischenerwerb der Flächen zu entwickeln. Die baureifen Parzellen werden zu Festpreisen an die Bauwilligen vergeben. Im Rahmen von Konzeptvergabeverfahren mit vorher festgelegten Kriterien kommen Baugruppen, Genossenschaften und andere zivilgesellschaftliche Akteure zum Zuge. Diese tragen dazu bei, vielfältige nutzungs- und sozial gemischte und lebendige Quartiere mit hoher Lebensqualität zu entwickeln. Das „Tübinger Modell“ gilt inzwischen bundesweit als Vorbild. Bei der Baulandentwicklung in den Ortsteilen erfolgt die Vergabe von Bauparzellen nach einem vergleichbaren Verfahren. Auch Gewerbegebietsentwicklungen werden nach diesem Prinzip umgesetzt.
Damit in Zukunft ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnen entsteht, schreibt die Stadt Quoten für mietpreisreduzierten Wohnungsbau vor. Diesen Baulandbeschluss hat der Gemeinderat im Dezember 2018 getroffen.